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Wiese und Bäume auf Kreisel am Nagelwerk

Ortsbeirat : Rimschweiler schöpft Vorortbudget wohl nicht aus

Erster Vorschlag für Gestaltung des Kreisels am Nagelwerk. Bis November soll der Bau abgeschlossen sein.

Nach den Ausgaben für den Hotspot im Gemeindehaus, die Pflanzung der Blumenampeln, die Anschaffung der Hundekottüten und den Kranz für den Volkstrauertag stehen nach Auskunft der Ortsvorsteherin Isolde Seibert (SPD) noch rund 400 Euro aus dem Rimschweiler Vorortbudget zur Verfügung. „Wir sollten in dieser Zeit nicht unbedingt alles ausgeben“, meinte Volker Lahm (CDU) in der Sitzung des Ortsbeirats.

Die Ortsvorsteherin widersprach dem Ansinnen nicht. Sie wies aber darauf hin, dass der Ortsbeirat schon in den zurückliegenden Jahren das Budget nicht immer ausgeschöpft habe. „Wir haben immer darauf geachtet, dass wir das Geld nur für sinnvolle Dinge ausgegeben haben“, ergänzte der stellvertretende Ortsvorsteher Klaus Fuhrmann (SPD). Stefan Schantz (FWG) mahnte an, dass nicht nur die Vororte sparen sollten – das sollten auch Stadt und Land beherzigen.

Der geplante Bücherschrank für den Stadtteil könne als „Investition“ nicht aus dem Vorortbudget finanziert werden, wiederholte Seibert bei der Beratung über die Anschaffung. Der Schrank soll über Sponsoren finanziert werden. Bisher hätten Spender bereits 300 Euro zugesagt. Es sei noch nicht geklärt, wo der Schrank aufgestellt werden kann. Auch die Frage der Pflege, die Marcus Kunz (CDU) angesprochen hatte, ist noch offen. Dabei schlug Silvia Kämmer (SPD) „Patenschaften“ aus dem Ort vor.

Die Ortsvorsteherin berichtete, dass nach einer Information des Landesbetriebs Mobilität der Kreisel am Nagelwerk im Oktober/November fertig sein soll. Vorschläge für die Bepflanzung sollten bis August gemacht werden. Fuhrmann schlug eine Blumenwiese und drei Mandelbäume vor. Dazu könnten alte landwirtschaftliche Geräte auf den ländlichen Charakter hinweisen.

Lahm monierte, dass der Ortsbeirat nicht informiert gewesen sei, Vorschläge abzugeben. Auch bei der Straßenbenennung des Baugebiets auf dem früheren Schrottplatz fühlte sich Lahm überrumpelt. Da hatte Fuhrmann Hirtengarten oder An der alten Feuerwache vorschlagen. Die Ortsvorsteherin begrüßte zwar, dass dort wie vom Rimschweiler Ortsbeirat gewünscht ein Baugebiet entsteht. Geärgert hat sie, dass der Oberbürgermeister das in einer Pressemitteilung einen Tag vor der Ortsbeiratssitzung verkündet hatte (wir berichteten). Seibert: „Bisher war alles nicht-öffentlich. Wir haben uns daran gehalten.“

„Wir sollten dem Vorhaben nichts in den Weg legen“, fasste Gerhard Weber (SPD) die Zustimmung des Ortsbeirats zu einer Bauvoranfrage zusammen. Auf dem Heidelbingerhof, der auf der Gemarkung Rimschweiler liegt, soll ein Lager in Wohnraum umgewandelt werden. Ortsbeiratsmitglieder trugen einige Anregungen auch von Bürgern über Wege, Bürgersteige oder zum Spielplatz vor. Die Ortsvorsteherin wird diese der Verwaltung weitertragen.

Florian Faust (SPD) ärgerte sich über geparkte Autos auf der Wiese neben dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Rimschweiler. „Kann man das nicht mit großen Steinen unterbinden?“ Seibert erklärte, dass man dort nicht parken darf, was Betreiber einiger Gartenhäuser wohl ignorierten. „Dann soll das Ordnungsamt einmal kontrollieren“, meinte Kunz. „Wenn man einmal bezahlt hat, überlegt man sich das.“ Die Ortsvorsteherin wies bei der Beratung darauf hin, dass Rimschweiler Bürger oder Vereine das Gelände, das der Herzog-Wolfgang-Stiftung gehört und von der Stadt gepachtet ist, für Feiern nutzen könnten.

„Der Kerweumzug am Samstag fällt ganz sicher aus“, informierte Ortsbeiratsmitglied und Chef der Rimschweiler Straußbuben, Florian Faust (SPD), das Stadtteilgremium. Auch wenn der Umzug, der in den letzten Jahren stets über 1000 Menschen nach Rimschweiler anlockte, ausfalle, gibt es auch in diesem Jahr eine Straußjugend. „Wir sind sogar schon dabei, die Bänder für die Kerwesträuße zu knibbeln“, sagte Faust. Was sonst am zweiten Wochenende im September passiert, werde noch beraten. „Da machen wir uns Gedanken.“ Alles vor dem Hintergrund der Corona-Beschränkungen.