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Wieder Turbulenzen beim Reit- und Fahrverein

Wieder Turbulenzen beim Reit- und Fahrverein

Zweibrücken. Der Vorstand des Reit- und Fahrvereins Zweibrücken ist zurückgetreten. Diese Merkur-Information bestätigte gestern Nachmittag der Ehrenvorsitzende und bisherige Beisitzende Jürgen Lambert. "Das ist sozusagen ein Warnschuss

Zweibrücken. Der Vorstand des Reit- und Fahrvereins Zweibrücken ist zurückgetreten. Diese Merkur-Information bestätigte gestern Nachmittag der Ehrenvorsitzende und bisherige Beisitzende Jürgen Lambert. "Das ist sozusagen ein Warnschuss. Wir müssten langsam mal eine Mitgliederversammlung mit dem Jahresabschluss noch von 2010 machen, aber der Steuerberater hat noch nicht die Unterlagen." Der Rücktritt solle Geschäftsführer Winfried Kennel - der als Einziger der sieben Vorstandsmitglieder bei der Rücktrittssitzung fehlte - "den Ernst der Lage klar machen - er muss liefern, nämlich die Unterlagen für den Jahresabschluss". Finanziell sei der Verein aber gesund: "Die Kassenlage ist im Plus."Abgesagt werden musste das für 3./4. Dezember geplante Winterturnier des Reit- und Fahrvereins, für das voriges Jahr 650 Starter angemeldet waren. Lambert spricht von "verschiedenen Gründen" für die Absage. Hauptgrund sei, "dass wir nicht sicher sein konnten, dass es eine funktionierende Meldestelle gibt". Der Geschäftsführer habe sich nicht darum gekümmert.

Der Vorsitzende Reiner Wildt nannte am Abend als Hauptgrund, dass man zwar einige Zusagen von Sponsoren habe, "aber 3000 Euro fehlen uns noch; wir wollen uns auf das große Turnier im März konzentrieren." Als Rücktrittsgrund nannte Wildt (der seit 2008 amtierte), mehrere Vorstände hätten beruflich bedingt kaum noch Zeit: "Deshalb wollten wir den Weg freimachen für Neuwahlen." Wildt bestätigte, mit dem Rücktritt wolle man auch Druck wegen des Jahresabschlusses machen - aber auch Kennel komme aus beruflichen Gründen "zeitlich nicht mehr hin". Nach dem Rücktritt des Vorstands müsse es nun innerhalb von vier Wochen einen Jahresabschluss geben und Neuwahlen innerhalb von sechs. Kommissarisch leite er den Verein bis dahin weiter. Er sei zu einer neuen Kandidatur bereit, "das muss aber nicht in der ersten Reihe sein". Wildt hofft: "Vielleicht weckt unser Rücktritt ja auch Mitglieder auf, die sagen, wenn das so ist, helfen wir." 160 Mitglieder zählt der Verein - 2005 waren es noch doppelt so viele. Wildt bestätigte auf Nachfrage auch die Meldestelle als einen Absagegrund: "Das ist richtig, es liegt aber auch an den zeitlichen Gründen. Wir hatten die Befürchtung, dass der Geschäftsführer die Meldestelle zeitlich nicht packt." Die Terminplanung für 2012 "geht auf jeden Fall weiter", betonte Wildt. "Und wir sind mit zehn Prozent in der Landgestüts-GmbH mit drin und haben unser Grundstück in Mittelbach - wir sind also schon noch aktiv." Kennel verwies auf Anfrage auf Wildt.

In den Vorjahren gab es mehrfach Turbulenzen um den Verein. 2009 ging Ruth Köhler im Streit, nach 34 Jahren als Voltigier-Abteilungsleiterin. 2007 warnte der mit rund 250 000 Euro verschuldete Verein vor einer Insolvenz - bis die Stadt für gut 300 000 Euro seine Reithalle kaufte. 2005 trat Michael Wöhler als Beisitzer zurück, nannte als Grund finanzielle Intransparenz.

Foto: pma/Verein