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Wichtigkeit der Kirche verdeutlicht

Wichtigkeit der Kirche verdeutlicht

In der Karlskirche feierte die Suchtberatung des Diakonischen Werkes in Zweibrücken gestern Abend ihr 25-jähriges Jubiläum. Finanziell sieht es bei vielen Beratungsstellen im Land allerdings nicht rosig aus. So wurde die Diskussionsrunde mit den Zweibrücker Landtagskandidaten auch zu einem Appell an die Politik.

Seit 25 Jahren gibt es die Suchtberatung des Diakonischen Werkes nun schon in Zweibrücken. Doch es steht nicht sonderlich rosig um Suchtberatungsstellen generell. So musste im Worms erst eine geschlossen werden. Auch die Zweibrücker Suchtberatungsstelle sieht finanziellen Herausforderungen entgegen. So stand die Jubiläumsfeier gestern Abend in der Karlskirche nicht unter dem Thema Rückblick, sondern war mit einer Podiumsdiskussion vielmehr als Appell an die Politik gedacht. Doch zunächst musste sowohl die eigentlich angekündigte Band krankheitsbedingt kurzfristig durch die Gruppe "Eva & Friends" vertreten werden. Die sorgte mit Liedern wie "True Colors" oder "You´ve got a friend" für den Auftakt eines angeregten Abends. Auch Dekan Peter Butz musste sich entschuldigen lassen, dafür begrüßte Max Krumbach die über 100 Gäste.

Die anschließende Podiumsdiskussion beschäftigte sich mit dem Thema "Braucht Sozialstaat die Werke der Kirche?" Dafür waren die vier Landtagskandidaten Stéphane Moulin (SPD), Christoph Gensch (CDU), Fred Konrad (Grüne) und Erika Watson (FDP) gekommen. Auch Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr nahm an der Diskussion teil, während Nicole Pusch vom Saarländischen Rundfunk die Podiumsdiskussion moderierte. Grundsätzlich teilten die Landtagskandidaten die gleiche Meinung in der Hinsicht, dass die Kirche sehr wohl benötigt wird. Dabei waren insbesondere das Ehrenamt und dessen Würdigung, oder auch die Kirche als Arbeitgeber und "Unternehmen" wichtige Punkte. Stéphan Moulin etwa stellte heraus: "Es geht auch darum, das Know-how, das in den Einrichtungen wie dem Diakonischen Werk vorhanden ist, zu nutzen." Er sieht aber auch Verbesserungspotenzial, zum Beispiel in Sachen Arbeitnehmervertretungen. Auf wenig Begeisterung stieß Erika Watsons Meinung, dass es einen Wettbewerb benötige, ohne die freie Marktwirtschaft eins zu eins zu übertragen. Fred Konrad argumentierte dagegen, dass die soziale Arbeit nicht von einem Wettbewerb abhängig sein dürfe, gerade auch, weil es Bereiche gebe, die sich mehr oder weniger tragen und dennoch wichtig seien. Albrecht Bähr stellte heraus: "Wir stützen mit unserer sozialen Arbeit auch die sozialen Sicherungssysteme. Wir wissen, warum wir unsere Arbeit tun und wir machen sie gerne." Dafür brauche es aber vor allen Dingen ein faires Steuersystem.

Für Fragen aus dem Publikum blieb im zweiten Teil der Diskussion gestern Abend nur wenig Zeit, dafür waren die Besucher eingeladen, beim anschließenden Umtrunk die Gespräche fortzusetzen.