Werbegemeinschaft fehlt Geld

Zweibrücken. Der Vorsitzende der Zweibrücker Werbegemeinschaft, Mario Facco (Foto: pm), ist frustriert und sauer. "Ich mache immer wieder Vorschläge, Leute in die Innenstadt zu bekommen. Aber da laufe ich ständig gegen eine Wand

Zweibrücken. Der Vorsitzende der Zweibrücker Werbegemeinschaft, Mario Facco (Foto: pm), ist frustriert und sauer. "Ich mache immer wieder Vorschläge, Leute in die Innenstadt zu bekommen. Aber da laufe ich ständig gegen eine Wand." Die "Energieverschwendung" lässt ihn sogar an einen Rücktritt als Vorsitzender der Werbegemeinschaft denken: "Ich bin einen Steinwurf davon entfernt, alles hinzuschmeißen, um mich nur noch um meinen Laden zu kümmern."Letzter Anlass ist die Diskussion um den Standort für die Stadtwurst. Dabei werde ihm auch vorgeworfen, dass er die Stadtwurst wolle, aber den Stand nicht vor seinem Geschäft. Facco: "Der Stand war ein halbes Jahr gegenüber meinem Geschäft. Nach meinem Umzug wäre er genau vor meiner Eingangstür. Und ich kann die Kunden nicht durch den Stand in den Laden lassen."

Aber mit der Stadtwurst verliere Zweibrücken nicht nur "eine Werbe-idee", die Werbegemeinschaft verliere auch Geld. Denn der Lieferant der Zweibrücker Wurst, der Betreiber des Edeka-Marktes im Hilgard-Center Dieter Ernst, zahlte monatlich 200 Euro Werbekostenzuschuss für die Stadtwurst. "Das Geld wird der Werbegemeinschaft fehlen."

Bei zwölf Monaten wären das im kommenden Jahr 2400 Euro. Doch nicht nur dieses Geld fehlt 2009 der Werbegemeinschaft: Nach der Schließung von Sinn-Leffers tritt das Textilhaus in der Hallplatz-Galerie spätestens Ende Februar 2009 auch aus der Werbegemeinschaft aus. Der Geschäftsführer Rüdiger Kemmler (Foto: pm) kann nicht sagen, wann genau der Austritt erfolgt. "Das regelt der Insolvenzverwalter." Auch zur Beitragshöhe sagt er nichts.

Der Beitrag richte sich nach der Größe des Geschäfts erklärt Facco. Der Sinn-Leffers-Beitrag läge in der Größenordnung des Stadtwurst-Werbekostenzuschusses. Auch mit weniger Geld werde die Werbegemeinschaft ihrem Ziel, für Zweibrücken zu werben und "Frequenz in die Innenstadt" zu bekommen, fortsetzen. "Aber wir werden uns nach der Decke strecken und weniger Geld ausgeben", macht er deutlich. Im Haushaltsplan für 2008 stehen Einnahmen in Höhe von rund 34000 Euro. 25000 Euro davon aus Mitgliedsbeiträgen. Mit den Einnahmen wird unter anderem die Werbung in den Zeitungen und im Rundfunk in Höhe von fast 19000 Euro bezahlt. Diesbezüglich geht es um Werbung für die verkaufsoffenen Sonntage der Stadt, die City-Markt-Tage, die Flohmärkte, die Oster- und Weihnachtsaktionen. Zu diesen Aktionen zählen auch Gutscheine für Glühwein im Advent.

Meinung

Trittbrettfahrer ins Boot holen

Von Merkur-RedakteurMathias Schneck

Die baldige Schließung von Sinn-Leffers und das Aus der Zweibrücker Stadtwurst - das sind zwei bittere Pillen, deren Nebenwirkungen nicht nur den Bürgern aufstoßen. Mario Facco, Chef der Zweibrücker Werbegemeinschaft, macht deutlich, dass auch sein Verein darunter zu leiden hat. Wenn die Werbegemeinschaft ihrem ureigentlichen Auftrag, der Werbung, aufgrund schwächelnder Einnahmen nicht mehr vernünftig nachkommen kann, wird es kritisch. Jetzt müssen die Trittbrettfahrer ins Boot geholt werden. Es gibt nämlich noch etliche Läden in der Stadt, darunter auch einige inhabergeführte, die von den Aktionen der Werbegemeinschaft profitieren, sich aber wegen Nichtmitgliedschaft in dem Verein schadlos halten. Dies ist Verweigerung einer Solidarität, die letzten Endes doch jedem Händler selbst zugute käme. Das muss den Trittbrettfahrern klar werden.