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Schutz nach außen: Wer in Frankreich lebt, soll nicht in Deutschland arbeiten

Schutz nach außen : Wer in Frankreich lebt, soll nicht in Deutschland arbeiten

Grenzkontrollen nach Frankreich finden in der Region derzeit stichprobenartig statt.

 (glö/ral/bam) Auch im Landkreis Südwestpfalz und Zweibrücken gelten seit dem Wochenende strengere Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus , viele Veranstaltungen sind und werden abgesetzt. In der Südwestpfalz gibt es aber noch ein weiteres Problem zu beachten, nämlich die Nähe zum französischen Elsass und Lothringen, die als Risikogebiete eingestuft sind. Weil viele Franzosen aus der Grenzregion in der Südwestpfalz arbeiten, empfiehlt Landrätin Susanne Ganster: „Wer dort wohnt und in Deutschland einen Arbeitsplatz hat, sollte zuhause bleiben.“Allerdings handele es sich lediglich um eine Empfehlung des bei der Kreisverwaltung angesiedelten Gesundheitsamts für die Südwestpfalz, so Ganster: „Die Verantwortung liegt am Ende beim Arbeitgeber, er muss entscheiden.“ Es gebe jedoch großen Beratungsbedarf, habe die Gesundheitsbehörde festgestellt, sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben sich in den vergangenen Tagen, seit die französische Region als Risikogebiet eingestuft wurde, in großer Zahl gemeldet.

Wer sich als Deutscher in einem Risikogebiet aufgehalten hat, die Landrätin denkt da neben dem französischen Nachbarn auch etwa an österreichische Skigebiete und Italien, soll zwei Wochen nicht arbeiten und sich in häusliche Absonderung begeben, lautet die Empfehlung des Gesundheitsamtes für die Personen. In der Kreisverwaltung werde nach diesen Vorgaben der Gesundheitsbehörde verfahren, so Ganster, die Mitarbeiter wurden entsprechend aufgeklärt. Auch zum Umgang mit den Kreisbürgern gibt es Richtlinien, so wird der Außendienst auf das Notwendigste beschränkt. Und an die Bürger selbst richtet die Landrätin den Appell, die Besuche auf den Verwaltungen im Landkreis – auch auf den Verbandsgemeinden – auf die notwendigsten Termine einzuschränken.

Stichprobenartig verlaufen die Kontrollen der Bundespolizei an den deutsch-französischen Grenzen bei Kröppen und St. Germanshof (Bobenthal), um das Fortschreiten des Coronavirus einzudämmen, berichtet Bianca Jurgo von der Bundespolizeidirektion in Koblenz. Seit Donnerstag um 17 Uhr wurden die Kontrollen intensiviert: Geprüft werde zunächst im einzelnen Gespräch mit den Grenzbeamten, ob die kontrollierte Person an Erkältungssymptomen leidet, über andere Symptome klagt, aus einem Corona-Krisengebiet kommt oder in unmittelbarem Kontakt mit Infizierten stand, erklärt Jurgo. Bei Verdachtsfällen werde auch Fieber gemessen. Die Bundespolizei arbeite eng mit den Gesundheitsämtern zusammen und befolge deren Richtlinien, berichtet die Beamtin.

Die Lage sei dynamisch und die Intensivierung laufe parallel zu den gewöhnlichen Schleierfahndungen, sodass die Orte der Grenzkontrollen sich verändern. „Wir passen uns den Gegebenheiten an“, sagt Jurgo zu den Uhrzeiten und Orten der Kontrollen. Mehr wollte die Bundespolizistin aber aus ermittlungstechnischen Gründen nicht nennen.

In Frankreich gab Staatspräsident Emmanuel Macron am Donnerstag um 20 Uhr in einer Ansprache bekannt, dass Schulen und Kindertagesstätten aufgrund des Virus geschlossen werden. „Auf der Ebene des Grenzschutzes haben wir keine Anweisungen erhalten“, berichtet Franck Stephan, Polizeichef in Sarreguemines, die Arbeiten laufen im gewohnten Umfang, sagt er weiter. Eine Zusammenarbeit mit deutschen Bundespolizisten finde die Grenze Lothringen-Rheinland-Pfalz betreffend im einzelnen, privaten Umfang statt, eine großangelegte Kooperation gebe es aber nicht, erklärt Stephan.