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Theater-Premiere: Wenn die Lacher nicht mehr enden

Theater-Premiere : Wenn die Lacher nicht mehr enden

Premiere von Jack’s Bier Ensemble und „Die Leich in de Schließ“ in der Canadaschule.

„Money“ von Pink Floyd klang am Freitagabend um 20 Uhr durch die Turnhalle der Canadaschule und setzte schon gleich Akzente zu dem, was die Zuschauer der Premiere von „Die Leich in de Schließ“ erwartete. Jack’s Bier Ensemble, bereits seit 1993 nicht nur auf dem Zweibrücker Parkett mit bereits über 20 aufgeführten Komödien in aller Munde, hat sich diesmal einem Kriminalfall gewidmet.

Chaotisch deshalb, weil das Stück durch immer größer werdende Namensverwicklungen das Ensemble – und auch die Zuschauer – nach und nach an die Grenzen der Erfassbarkeit bringt. Gewollt natürlich und imponierend, wie die Protagonisten dies „auf die Reihe bekommen“, ohne tatsächlich einmal im Namens- und Ereignis-Wirrwarr hängenzubleiben. Da haben selbst die Souffleusen um die Ecke kein leichtes Spiel.

Wie immer lässt die Komödie um einen gefundenen Geldkoffer und eine Leiche im Schwarzbach keine Zeit zum Durchatmen, sondern ist voll auf Speed-Marathon programmiert, in dem ein Gag und ein Lacher den nächsten jagt. Das Ganze natürlich wieder durchsetzt mit viel Lokalkolorit und Menschen, die sich beim Zuschauen sozusagen selbst über den Weg laufen. Der Grüne Nobby Bohlmann (Ralf „Jack“  Gober) etwa ist so einer, den ein gefundener Koffer mit 1,5 Millionen Euro aus dem Häuschen bringt.

Seiner Frau Greta Thunberg-Bohlmann (Martina Stegner-Legner) bringt er, nach reiflicher Überlegung auf der Toilette im „Bit am Schloss“ und einem genehmigten doppelten „Bio-Schnapper“ bei, sein Gewissen sei in dieser Sache CO2-frei und so sauber wie die Stuttgarter Innenstadt. Nach 30 Jahren harter Arbeit habe er sich diese „Respektrente“ verdient.

„Du hascht ma awwer als kleener griener Langweiler viel besser gefall“, returniert Greta das Vorhaben ihres Gatten, mit dem Geld auszuwandern oder noch vor Donald Trump Grönland zu kaufen und sich dort niederzulassen. Das ganze Vorhaben wird allerdings schnell mit dem Auftauchen der Kommissarin Loggna (Sandy Nagel), dem bestechlichen Inspektor Schöner-Schneidewind (Josef „Sepp“ Reich) und den Freunden Christa Raachworscht (Sabrina Glas) und Hans Worschtnizza (Thomas Schmidt mit roten Turnschuhen) über den Haufen geworfen. Das irre Chaos nimmt seinen Lauf, woran auch Taxifahrer Witt (Stefan Wirth) mit Sprüchen wie „Taxi Witt, laafe odder fahre mit“, nicht ganz unbeteiligt ist.

„Die misse mei Adress vunn meim Humus-Sandwich in meim Jutebeutel erfahr hann“, vermutet Nobby Bohlmann, Polizei und ein mysteriöser Anrufer (vermutlich der Mörder) seien ihm auf die Schliche gekommen. Er gibt sich als Bruder der Leiche aus, dessen Lebenslicht leider noch vor den Geburtstagskerzen ausgeblasen worden sei. Hans Worschnizza kommt, ob des sich entwickelnden systematischen Durcheinanders, auf der Couch ins philosophieren und spricht von  „knallharten Zeiten mit Monsterkreiseln, Überfliegern mit Stopp-Schild und wiederkehrenden Beiträgen“, die man verkraften müsse.

Seine Frau Christa kenne er auch nicht wieder. Seit sie Tesla fahre und immer am Strom hänge, sei sie richtig scharf geworden. Letztendlich mündete das Chaos natürlich wieder in einem Glücksmoment für alle und im frenetischen Applaus der 250 Zuschauer der Premiere. Auch die anwesenden Pendants der Protagonisten hatten sichtlichen Spaß am Bühnengeschehen und am Ausflug in die Welt der Satire.

Weitere Vorstellungen des Stückes gibt es am 17. und 18. Januar in der Canadaschule, am 31. Januar, 1., 7. und 8.  Februar im Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium, am 6. und 7. März in der Pirminius-Halle in Hornbach sowie am 13. und 14. März in der Turnhalle der VT Contwig. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass eine Stunde früher. Karten gibt’s in Zweibrücken bei Tabak Bayer, in Contwig bei Paul Sefrin Süßwarengroßhandel sowie im Hornbacher Allerlei in der Hauptstraße in Hornbach. Karten kosten zwölf Euro.