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Weltgebetstag : Es ist noch Platz an der Tafel

„Kommt, alles ist bereit!“ Unter diesem Motto bereiten sich christliche Frauen der Region bei interessanten Tagesseminaren auf den Weltgebetstag vor. Nach dem Termin in Erbach sind zwei weitere noch in Vorbereitung: in Zweibrücken und Blieskastel.

„Oh, was ist denn hier los?“ Die fast 40 Frauen, die am vergangenen Samstag im Martin-Luther-Haus in Erbach den Vorbereitungsraum für den Weltgebetstag betraten, staunten. Statt des sonst gewohnten Stuhlkreises empfing sie eine liebevoll hergerichtete Tafel, die mit Tischdecken weiß eingedeckt war. Das blau-weiß-rote Tischband und gestickte Decken führten sie in das diesjährige Gastgeberland des Weltgebetstags, nach Slowenien. In kurzweiligen, informativen Vorträgen erfuhren sie das Wesentliche über das kleine Land zwischen Italien, Kroatien, Ungarn und Österreich, das als ehemals sozialistischer Staat erst 1991 zum ersten Mal in seiner Geschichte die Unabhängigkeit erlangte. Naturschönheiten ganz unterschiedlicher Landschaften erstrecken sich von den Alpen bis zum Mittelmeer. Slowenien ist eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder des ehemaligen Jugoslawiens, erfuhren die wissbegierigen Frauen zwischen 30 und über 70 Jahren von dem vierköpfigen Team.

Mit Primoz Trubar hatte Slowenien auch einen berühmten Reformator, der später Martin Luther besuchte und von Deutschland aus in seinem Land wirkte. Er übersetzte die Bibel ins Slowenische und erfand Schriftzeichen, um sie drucken zu lassen. Die slowenischen Frauen erwarben sich im Sozialismus zahlreiche Rechte, für die sie mittlerweile wieder kämpfen müssen. Probleme sind Altersarmut, Alkoholismus oder auch die Ausgrenzung der Roma, die in eigenen Dörfern oft ohne elektrischem Strom leben.

In einer Art Tischgespräch befassten sich die Frauen mit der Bibelstelle Lukas 14,16-24, die das Weltgebetstagskomitee in Slowenien thematisiert: Der Geschichte von dem Festmahl, zudem nach den Absagen der honorigen Gäste die Außenseiter der Gesellschaft eingeladen wurden. „Es ist noch Platz“, heißt es auch zum Weltgebetstag.

Der Weltgebetstagsgottesdienst selbst wird nicht mit einer Predigt gefeiert, sondern mit kreativen Stilelementen wie kleinen, szenischen Anspielen oder diesmal sogar mit einem Tafel-Gespräch.

Die fast 40 Frauen kommen aus unterschiedlichen Gemeinden der Südwest- und Saarpfalz und tragen die erlebten Anregungen in ihre Gemeinden, wo der Weltgebetstag am 1. März unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit“ gefeiert wird. Die Lieder aus Slowenien sind volkstümlich, ganz nach dem Vorbild der berühmten Oberkrainer Volksmusikanten. Als Höhepunkt wurden sie im Gottesdienst von Valerian Helbling, Lehrer an der Homburger Musikschule, mit dem Akkordeon als typischem Instrument begleitet.

„Es war ein sehr kurzweiliger Tag und auch ein sehr interessanter Gottesdienst“, lobte Ruth Wagner. Die Frauen erleben bei den Vorbereitungstreffen eine Gemeinschaft, die ihnen Kraft gibt für ihr ehrenamtliches Engagement und viel Freude bereitet.

Es werden noch zwei weitere Vorbereitungsseminare in der Region angeboten: Jeweils von 9 bis 17 Uhr Freitag, 1. Februar, im Pfarrheim St. Sebastian Blieskastel – Anmeldungen bei Gisela Hähner (0 68 94) 3 62 80, Mittwoch, 30. Januar, in der evangelischen Versöhnungskirche in Zweibrücken-Ixheim, Anmeldung bei Cordula-Irene von Waldow (0 63 32) 8 98 41 40.

www.weltgebetstag.de