Weltgebetstag 2021 aus Vanuato : Seminare für den Weltgebetstag nur online

Wie so vieles, findet auch die Vorbereitung auf den Weltgebetstag 2021 aus Vanuato in diesem Jahr online statt. Der Klimaschutz ist ein lebenswichtiges Thema für den Inselstaat, der von Wetterkapriolen und steigendem Meeresspiegel sowie wirtschaftlichen Interessen des Auslands bedroht ist.

Der Weltgebetstag (WGT), der seit weit mehr als 100 Jahren an jedem ersten Freitag im März weltweit ökumenisch gefeiert wird, soll – Corona hin oder her – auf jeden Fall auch in diesem Jahr stattfinden. 2020 hatten die Frauen Glück, denn der Lockdown erfolgte erst danach. Das alljährliche Vorbereitungswochenende der Multiplikatorinnen, welche dann allein im Dekanat Zweibrücken rund 200 Gemeindevertreterinnen auf das jeweilige Gastgeberland und die Ausgestaltung dieses besonderen Gottesdienstes vorbereiten, fiel kurzfristig dem erneuten Lockdown zum Opfer.

Anstelle der beliebten Live-Termine findet diesmal die Vorbereitung der Gemeindevertreterinnen online statt. Zwei der insgesamt vier Termine haben bereits stattgefunden. Zwei weitere informieren Ende des Monats über Vanuatu, den in Europa vielfach unbekannten Inselstaat inmitten des pazifischen Vulkangürtels, ganz entlegen auf der anderen Seite der Erdkugel.

Worauf bauen wir? Diese Frage, die sich die christlichen Frauen angesichts der zunehmenden Klimakatastrophen auf den 67 bewohnten der insgesamt 83 Inseln stellen, passt in die Zeit. 45 Teilnehmerinnen ließen sich in einem Kurzfilm mitnehmen in die Naturschönheit des dörflich-ländlichen Lebens inmitten der Regenwälder, der tätigen Vulkane und der zunehmenden Stürme, die alles zerstören.

Vanuatu bedeutet „das Land, das aufsteht“. Immer wieder bauen sie ihre mit einfachsten Mitteln konzipierten Hütten wieder neu auf und beginnen von vorne. Alles, wirklich alles inklusive des Familieneinkommens, ruht auf den Schultern der Frauen, die jedoch nach wie vor kein Mitbestimmungsrecht in der traditionellen, patriarchalisch verhafteten Gesellschaft haben.

Kirche und Politik sind eng verbunden. Mit Corona schloss das Land die Grenzen, verzichtete lieber auf Touristen und Devisen und ist daher seuchenfrei. Der Vorteil der Bevölkerung ist eine enorme Genügsamkeit, mit der sie sich aus den Regenwäldern und vom eigenen Anbau ernähren, zur Not eine Weile rein von den reichlich vorhandenen Kokosnüssen leben.

Eines der letzten Paradiese mit unberührten Stränden und Regenwäldern ist längst kein Geheimtipp mehr. Ausländische Investoren kaufen Land auf, die begründete Angst vor Ausbeutung geht um. Viermal pro Woche landet im Normalfall ein Kreuzfahrtschiff, doch den großen Profit machen allein ausländische Unternehmen.

Als noch größere Bedrohung wird der Klimawandel empfunden, der Ansiedlungen im steigenden Meer versinken lässt, sinftflutartige Regenfälle und dennoch Trockenheit und verschlammtes Grundwasser sowie ein großes Fischsterben mit sich bringt.

So stellt das Weltgebetstags-Team auch dieses Thema in den Mittelpunkt des Gottesdienst, der in 120 Ländern der Erde mit der gleichen Liturgie gefeiert wird. Wie gehen wir mit dem Klimawandel um? Wie ist unser „ökologischer Fußabdruck“? Das Gleichnis aus der Bergpredigt in Mt 7,24-27 wolle keine schnellen Antworten geben, sondern anregen, selbst nachzudenken und die eigenen Lebensgewohnheiten überprüfen, erklärte Monika Kreiner, Frauenreferentin im Bistum Speyer. „Wo ist mein Haus auf Fels gebaut, wo auf Sand?“ Es gelte, in der Gegenwart etwas zu verändern, damit es sich in Zukunft auswirkt. Sie betonte: „Es genügt nicht, sich die Botschaft anzuhören, man muss auch handeln, denn für die Frauen aus Vanuatu duldet der Einsatz für Klimaschutz keinen Aufschub.“

Zwei weitere Online-Termine finden statt am Freitag, 29. Januar, von 17 bis 20 Uhr sowie am Samstag, 30 Januar, von 10 bis 13 Uhr. Nach der Anmeldung bei der Evangelischen Arbeitsstelle erhalten die Interessierten die entsprechenden Zugangsdaten: julia.stork@evkirchepfalz.de und per Telefon unter (0631) 36 42 232.

www.evangelische-arbeitsstelle.de

Wenn möglich, sollten am Freitag, 5. März, Gottesdienste zum Weltgebetstag gehalten werden, entweder im größten Raum am Ort oder draußen, wie vielerorts die Weihnachtsgottesdienste. Die Erwachsenen-Bildungsbeauftragte im Dekanat Zweibrücken, Sabine Grützner, schlug mehrere kleine statt eines großen Gottesdienstes vor, damit möglichst viele im kleineren Kreis teilnehmen könnten. Erwartet wird dennoch, dass auch Stammbesucher diesmal nicht zu den Gottesdiensten kommen. Stattdessen könnten Rituale wie eine gemeinsame Kerze um 18 Uhr und das Singen der Lieder, das Lesen der Weltgebetstagsordnung zu Hause selbst im Lockdown Verbundenheit miteinander, den Schwestern in Vanuatu und der ganzen Welt vermitteln. Am 5. März wird um 19 Uhr bei Bibel-TV ein Weltgebetstags-Gottesdienst ausgestrahlt

www.weltgebetstag.de