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Weinvielfalt auf dem Zweibrücker Hallplatz

Weinvielfalt auf dem Zweibrücker Hallplatz

Zweibrücken. Wein ist nicht gleich Wein. Jedes Weinbaugebiet, jede Lage hat ihre Eigenarten, die einzigartige Weine hervorbringen können. Der Trittenheimer Winzer Heinz Herrmann Bollig etwa schwört auf seine Schieferböden an den Steilhängen, auf denen die weltbekannten Rieslinge der Mosel heranreifen

Zweibrücken. Wein ist nicht gleich Wein. Jedes Weinbaugebiet, jede Lage hat ihre Eigenarten, die einzigartige Weine hervorbringen können. Der Trittenheimer Winzer Heinz Herrmann Bollig etwa schwört auf seine Schieferböden an den Steilhängen, auf denen die weltbekannten Rieslinge der Mosel heranreifen. Und auf die Kiesböden im Uferbereich, die sich seiner Meinung nach ganz besonders für den Anbau von Rotweinreben wie blauem Spätburgunder eignen. Beim sechsten Merkur-Weindorf am 17. und 18. Oktober auf dem Zweibrücker Hallplatz präsentiert der Winzer, der als einer der Rotwein-Pioniere von der Mosel gilt, seine Spitzengewächse, die aus solch berühmten Lagen wie Trittenheimer Altärchen, Trittenheimer Apotheke und Brauneberger Juffer stammen. Muschelkalk, Torf und Lößböden bringen feste, charakterreiche Weine hervor, weiß Winzer Patric Balzer aus Flonheim in Rheinhessen. Der 33-Jährige, der gerade dabei ist, seinen 15-Hektar-Betrieb auf Öko-Weinbau umzustellen, hat 13 Weißwein- und fünf Rotweinsorten im Sortiment, von denen er beim Merkur-Weindorf eine Auswahl anbietet.Mit umweltfreundlichem Weinbau bei völligem Verzicht auf chemische Schädlingsbekämpfungsmittel hat Heinz Frisch aus Herbolzheim-Wagenstadt im Breisgau bereits seit Jahrzehnten Erfahrung. Aber auch sonst ist der diplomierte Weinbauingenieur erfindungsfreudig. Seine Spezialität: Weine, die in Fässern aus verschiedenen Holzarten wie Kirsche, Kastanie oder Walnuss ausgebaut werden. Das Holzaroma gibt seinen badischen Weinen, die er übernächstes Wochenende beim Weindorf auf dem Zweibrücker Hallplatz vorstellt, die besondere Raffinesse, ist er sich sicher. Dass selbst Wein, der auf elsässischem Boden heranreift, ein echter Pfälzer ist, davon will das Weingut Bernhart aus Schweigen am Deutschen Weintor die Weindorf-Besucher überzeugen. Die Weinberge auf französischen Staatsgebiet, die der Winzerfamilie seit Generationen gehören, sind mit die besten Lagen des Weinguts, das sich zum erlauchten Kreis des Verbands der deutschen Prädikatsweingüter (VDP) zählen darf, wie Gerd Bernhart zu berichten weiß. Direkt am Haardt-Rand, wo die Rheinebene in den Pfälzerwald übergeht, liegt das Weingut Altes Schlösschen in St. Martin. Zu den Besonderheiten im Sortiment des Guts, das 70 Sortenweine und Sekte im Programm hat, gehören die Weine der Elegance-Linie - in erster Linie Riesling, Grauburgunder und Weißburgunder, die aus ertragsreduzierten Anlagen stammen.

Ertragsreduzierung im Weinberg ist auch für den Winzer Jens Bühler aus Kallstadt an der Mittelhaardt das A und O, um hochwertige Spitzenweine herstellen zu können. Bühler, der ein Fachmann in Sachen Rotwein ist und bei namhaften Winzern in der Pfalz, Österreich und im Burgund ausgebildet wurde, versteht sich aber auch auf die Bereitung hochwertiger Weißweine, etwa in Barrique-Holzfässern ausgebaut, die er am übernächsten Wochenende auf dem Zweibrücker Hallplatz vorstellt. Dass Wein sogar aus dem Backofen kommen kann, will das Nahe-Weingut Frey aus Sommerloch beim sechsten Merkur-Weindorf unter Beweis stellen. Backöfchen - so heißt die Spitzenlage des Familienbetriebs, die sich auf einem Höhenplateau in Wallhausen bei Bad Kreuznach befindet, wo mit faustgroßen Steinen übersäte Sand- und Lößlehmböden die Grundlage für das Aushängeschild des Guts schaffen - die aus der Rebsorte Scheurebe bereitete edelsüße Selection Martina F.