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Weihnachtsmarkt in Zweibrücken: Debatte um G-Regeln

Vorstoß von Patrick Lang (Grüne): Markt zweigleisig planen : Debatte um G-Regeln für Weihnachtsmarkt

Patrick Lang (Grüne) plädiert dafür, dass der Weihnachtsmarkt für den Fall der Fälle Durchführung unter 2G- oder 3G-Regeln plant. Organisator Heiko Saberatzky ist wenig begeistert von diesem Vorstoß unmittelbar vor dem Hüttenaufbau am nächsten Montag.

Patrick Lang (Grüne) will den Weihnachtsmarkt retten. Und bringt damit den Organisator des Weihnachtsmarktes mächtig ins Schwitzen. Lang hat im Stadtrat die Anfrage gestellt, ob es nicht möglich sei, die Veranstaltung „optional“ so zu planen, dass sie notfalls unter 2G- (Geimpfte/Genesene) oder 3G- (Geimpfte/Genesene/Getestete) Bedingungen durchgeführt werden könnte.

Doch davon will Heiko Saberatzky, der das besinnliche Treiben Jahr für Jahr organisiert, nichts wissen. Es sei zu spät dafür, nächsten Montag sollen bereits die Buden rund um die Alexanderskirche aufgebaut werden. Und zwar unter „Null-G-Bedingungen“.

Lang merkte bei seiner Anfrage an, die Lage sei „besorgniserregend, die Inzidenz schießt in ganz Deutschland nach oben“. Da bereits eine Reihe von Märkten im Saarland abgesagt wurden und Merzig seinen Markt unter 2G-Bedingungen durchführt (siehe „Info“) werde wohl auch Rheinland-Pfalz noch umschwenken. Man könne sich zumindest „kaum vorstellen“, dass nicht auch hier noch G-Regeln greifen würden.

Unter diesem Aspekt fragt Lang die Verwaltung, ob ein zweigleisiges Planen des Weihnachtsmarktes möglich sei – und in welchem Umfang die Stadt Saberatzky hierdurch entstehende Mehrkosten abnehmen könnte. Wichtig sei, den Budenzauber zu retten, denn, so Lang: „Der Weihnachtsmarkt ist ein wichtiges Kulturgut.“

Oberbürgermeister Marold Wosnitza gab Lang im Rat nicht direkt Antwort. Auch am Montag hält er sich auf Anfrage unserer Zeitung bedeckt. Es gelte nun erst einmal abzuwarten, was am Donnerstag beim nächsten „Corona-Gipfel“ zwischen Bund und Ländern beschlossen werde. Erst dann könnten verlässliche Schlüsse für Zweibrücken abgeleitet werden. Wosnitza verwies allerdings auf einen Aspekt, den bereits zuvor Saberatzky im Merkur geäußert hatte: Sollte der Weihnachtsmarkt nun doch noch unter 2G- oder 3G-Bedingungen stattfinden, zöge das Mehrkosten nach sich, die „ex orbitant hoch“ seien, so der OB.

Das bekräftigt auch Saberatzky selbst am Montag im neuerlichen Gespräch mit dem Merkur. „Würden wir 2G oder 3G machen, bräuchten wir einen Bauzaun rund um den Markt, damit kein Unbefugter Zutritt hat. Die drei oder vier Eingänge zum Markt müssten mit jeweils zwei Sicherheitskräften zwecks Kontrolle besetzt sein. Das Ganze würde Mehrkosten von rund 20 000 Euro bedeuten“, macht der Organisator klar.

„Das letzte Angebot, nur für Security, lautete: 13 000 Euro. Der Bauzaun käme da noch hinzu.“ Er könne das unmöglich stemmen. Die – hochverschuldete – Stadt müsse diese ganzen Kosten plus die Neuorganisation übernehmen, macht er deutlich. „Ich plane das alles ehrenamtlich, in meiner Freizeit. Ich schaffe das nicht, nochmals alles neu zu planen.“

Saberatzky sagt, „der Vorstoß kommt viel zu spät“. „Nächsten Montag werden die Buden aufgestellt. Das braucht rund eine Woche. Dann werden sie von den Händlern geschmückt. Das dauert auch einige Tage. Es ist alles darauf ausgerichtet, dass der Markt ohne G-Regeln stattfinden wird. Würden wir umschwenken, müssten beispielsweise in der Alexanderstraße aus Abstandsgründen wieder Buden weg. Wie soll man denn da zweigleisig planen?“

Sicher: Wenn Bund und Länder entschieden, dass die Märkte gestrichen würden, sei das eben höhere Gewalt. Ansonsten will Saberatzky weiter auf „Null G“ setzen – also ein Weihnachtsmarkt für alle, ohne Beschränkungen.

Ursprünglich hatten Saberatzky und Wosnitza entschieden, den Weihnachtsmarkt unter 2G-Bedingungen durchzuführen, die beiden sahen keine andere Handhabe. Dann gab es zur Erleichterung Hilfe aus Mainz. Das Land lockerte die Vorschriften für Veranstaltungen im Freien, für Weihnachtsmärkte waren keine G-Regeln mehr erforderlich, auch keine Masken- oder Abstandspflicht, daraufhin durfte Saberatzky verkünden: Es gilt Null G (wir berichteten).

Aber Null G bedeute keinesfalls Null Rücksicht, verdeutlicht der Organisator. „Man kann und sollte dennoch Abstand halten. Das Gelände rund um die Alexanderskirche gibt das her. Ich persönlich werde auch nicht mit jedem aus einer Tasse trinken. Und wer will, kann und soll gerne eine Maske tragen. Egal, wie viel ,G’ – Rücksichtnahme ist immer wichtig!“