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Weihnachtsgeschichte hat an Aktualität gewonnen

Weihnachtsgeschichte hat an Aktualität gewonnen

Keine bloße Geschichte, sondern Tagesrealität wird dieses Jahr die Botschaft der Weihnachtsgeschichte sein – denn der Flüchtlingsstrom heimatlos gewordener Menschen hat auch Zweibrücken erreicht.

Die Suche nach einer Herberge von Maria und Josef mit dem Jesuskind ist traditionell das Thema der Weihnachtsgeschichte . Dieses Jahr wiederholt sich diese Weihnachtsgeschichte in der Realität: Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten und Nordafrika suchen massenhaft Zuflucht in Deutschland, viele sind auch in Zweibrücken untergebracht. Der katholische Stadtpfarrer Wolfgang Emanuel und der protestantische Dekan Peter Butz greifen das Thema deshalb in ihren Weihnachtspredigten auf und wollen die vielen Gottesdienstbesucher an Nächstenliebe im Sinne der Menschwerdung Jesu Christi erinnern.

"Wer klopfet an?" Für Pfarrer Emanuel soll dieser Anfang des bekannten Weihnachtsliedes auch ganz am Anfang seiner Weihnachtspredigt stehen. Die Herbergsuche hätten wir jetzt direkt vor der Haustür. Mit Menschen, die das Schicksal der Heiligen Familie aus der Bibel teilen. Emanuel wird auch daran erinnern, wie viele Deutsche nach dem letzten Krieg ein solches Schicksal teilten und dabei feststellen, dass möglicherweise viele ältere Mitmenschen Verständnis für die Aufnahme der Obdachsuchenden haben könnten. Weihnachten als Fest des Friedens. Dieser Frieden wird für alle sein, so Emanuel. Gleich, ob sie aus vollem Hals die Weihnachtslieder mitsingen oder nicht, egal wie sie zur Kirche stehen, die Friedensbotschaft Christi gelte für alle.

Mit dem Hinweis auf die Weihnachtsgeschichte wird auch Dekan Butz den Weihnachtsgottesdienst Heiligabend in der Alexanderskirche beginnen und dabei daran erinnern, dass sich Geschichte wahrlich wiederholt, wie jetzt die vor Krieg und Terror flüchtenden Menschen zeigen. Da spiele es doch überhaupt keine Rolle, wo der Erlöser Jesu Christi geboren sei, ob in Nazareth oder in Bethlehem. Wichtig sei vielmehr, dass die Sehnsucht der Menschen nach Frieden ungebrochen ist und mehr denn je die Herzen der Menschen beseelt.