Weihnachten soll Hoffnung geben

Zweibrücken. Eine Verbindung der Weihnachtsgeschichte mit der heutigen Zeit will der Zweibrücker Dekan Peter Butz (Foto: pm) in seiner Weihnachtspredigt herstellen. "Schon damals wurden Menschen aus Macht- und Geldgründen hin- und hergeschoben", erinnert Butz

Zweibrücken. Eine Verbindung der Weihnachtsgeschichte mit der heutigen Zeit will der Zweibrücker Dekan Peter Butz (Foto: pm) in seiner Weihnachtspredigt herstellen. "Schon damals wurden Menschen aus Macht- und Geldgründen hin- und hergeschoben", erinnert Butz. So sei die Volkszählung unter Kaiser Augustus durchgeführt worden, um die Steuerkraft im Römischen Reich feststellen zu können. Anhand der biblichen Figuren soll in der Alexanderskirche bewiesen werden, dass die Lebensqualität nicht allein vom Wohlstand abhängig ist. "Gerade für Menschen, die in der Gesellschaft ein Schattendasein führten, kam Jesus auf die Welt", erklärt der Protestant. Gott habe sich mit diesen Leuten verbündet: "Bei ihm sind sie viel wert." In der Predigt, die der Dekan am ersten Weihnachtstag um zehn Uhr halten wird, zieht er einen Vergleich mit der aktuellen Situation, insbesondere auch mit der Finanzkrise: "Ich frage, wo der Einzelne in der Geschichte steht." Butz will den Gottesdienstbesuchern Hoffnung geben. Die Basis der Lebensqualität sei nicht die Macht und das Geld, sondern die gegenseitige Liebe.An Heiligabend verzichtet der Dekan bewusst auf eine längere Predigt, da zu dieser Zeit auch viele Kinder den Gottesdienst besuchen. Ab 16 Uhr soll in der Karlskirche ein Spiel aufgeführt werden, in dem Tiere die Krippe von Jesus finden. Über den Sinn von Weihnachten predigt der katholische Pfarrer Wolfgang Emanuel (Foto: pm): "Weihnachten ist, wenn Gott in unsere Welt eintritt und wir Menschen ihm die Türen unserer Herzen öffnen." Die Stimmung im Herzen könne nicht erzwungen werden. Weihnachten sei immer eine Überraschung und könne nicht geplant werden. "An Weihnachten feiern wir, dass Gott uns beschenkt. Er wird in Jesus Christus Mensch. Er sagt jedem, dass er ihn liebt, dass er uns gern hat und dass er uns annimmt, so wie wir sind", sagt Emanuel. Die Weihnachtsstimmung sei ganz und gar terminlich ungebunden. Sie trete immer dort auf, wo Licht im Dunkeln erscheint, dort wo eine Begegnung glückt oder eine Beziehung gelingt, ohne dass etwas Besonderes getan wird."Weihnachten ist das, was du und ich dazu machen und wann wir es wollen. Manchmal. Immer. Oder nie", zitiert der Pfarrer den Schweizer Autor Werner Wollenberger. Er nennt als Beispiel ein an Leukämie erkranktes Mädchen, das nach Diagnose der Ärzte den 24. Dezember nicht mehr erleben wird. Ihr Dorf beschließt deshalb, Weihnachten früher zu feiern.