Weihnachten auf See

Der Chor der Marinekameradschaft Teddy Suhren sang beim weihnachtlichen Konzert in der Alexanderskirche nicht nur seemännische, sondern auch traditionelle Weihnachtslieder. Dem Publikum gefiel es sehr.

"Wenn es kalt wird auf der Welt", so ein Titel gleich zu Beginn des Weihnachtskonzertes in der Zweibrücker Alexanderskirche, ein Shanty, den der Chor der Marinekameradschaft Teddy Suhren stimmungsvoll vortrug. In der Tat, Shantylieder wärmen, treffen das Herz an einer sensiblen Stelle: Sehnsucht nach Frieden, nach Geborgenheit und ein friedvolles Beisammensein mit der ganzen Familie unterm oder vor dem Weihnachtsbaum. Hier sind die Shantys an der richtigen Stelle. Und darum sind die Konzerte der Marinekameradschaft auch immer ausgebucht. Die Konzerte sind eintrittsfrei, Spenden am Ausgang fließen sozialen Zwecken zu.

Natürlich rieselte an diesem Abend auch leise der Schnee. Weihnachtslieder also, die ursprünglich auf dem Festland gesungen wurden, Volkslieder fast, gehören ebenso zum Liedgut eines Shanty-Chors. Aufgelockert wurde das Konzert durch Geschichten, Sopranstimmen und Instrumentalmusik. Shanty-Sänger Hartwig Mario trug eine kleine amüsante Geschichte vor: Einem Ehepaar wurden zum Fest Drillinge beschert. Das war noch vor der Ultraschallära, als die Eltern noch nicht so genau wussten, was der Storch bringen würde. Die Sopranistinnen Hildegard Baum und Cathrin Bungert sangen rein und einfühlsam den barocken "Sound of Trumpet", von Henry Purcell /Benjamin Britten. Gerhard Jentschke spielte auf der Orgel zusammen mit Walter Rimbrecht, Trompete, klangvoll das virtuose Konzert E-Dur von Johann Nepomuk Hummel , den Mozart einst kostenlos unterrichtete.

"Weihnacht unter fremden Sternen", intonierte der Chor, "Weihnacht im Schnee", "Weihnacht auf See", und "Weihnacht ist erst, wenn ich bei dir bin". Bernd Theisohn spielte nicht nur Akkordeon (zusammen mit Christel Weber), er legte im Song "Erwin der fesche Seemann" ihm auch fesche Worte in den Mund, außerdem leitet er den Chor.

Die Stimmung stieg unter den Zuhörern, immer wieder brandete Beifall auf. Weihnachten kann kommen. Dann erklang die Glasenglocke und das Konzert war zu Ende. Sogar die Engel hoch oben auf den Kapitellen lachten, was will der Mensch noch mehr?