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Wegen Süchtigen keine Bank für Senioren?

Wegen Süchtigen keine Bank für Senioren?

Senioren vermissen zwischen dem Awo-Heim und der Schwarzbach-Allee seit Jahren eine Bank, berichtet SPD-Stadtrat Wolfgang Ohler. Doch der UBZ will dort keine aufstellen – denn es seien Drogenutensilien gefunden worden. Problem mit zwielichtigen Gestalten gibt es auch abends an einem Spielplatz am Fasanerieberg.

Müssen Senioren im Park vor ihrem Altenheim auf eine Sitzbank verzichten, weil diese sonst auch von Alkohol- und Drogenkonsumenten genutzt werden könnte? Das ist nach der jüngsten Zweibrücker Stadtratssitzung noch offen.

Am Fußweg zwischen dem Awo-Seniorenhaus "Am Rosengarten" und der Schwarzbach-Allee ist bereits eine Ausbuchtung für eine Bank vorhanden - aber seit etlichen Jahren schon keine Bank mehr. Ratsmitglied Wolfgang Ohler (SPD ) erinnerte in seiner Anfrage an die Stadtverwaltung daran, dass seit seinem Antrag auf eine Bank vor zwei Jahren noch nichts passiert sei. "Diesen Wunsch auch des Seniorenheims sollten wir nicht auf die Zeit nach Fertigstellung der ,Stadt am Wasser' vertrösten!" Denn durch die Baustelle am Bleicherbach werde dieser Fußweg derzeit sogar noch mehr als üblich genutzt.

Bei Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ) stieß Ohler zunächst auf offene Ohren. Pirmann antwortete nämlich: "Ich hoffe, dass der UBZ dort kurzfristig eine mobile Bank aufstellt."

Doch Werner Boßlet, Chef der Stadt-Tochter UBZ (Umwelt und Entsorgungsbetrieb Zweibrücken ) und ebenfalls Sozialdemokrat, zeigte sich von Ohlers Anfrage alles andere als angetan: "Herr Dr. Ohler, das wundert mich schon. Wir haben Ihnen doch geschrieben, dass wir dort mehrfach Drogenutensilien und Flaschen gefunden wurden. Wir stellen dort keine Bank auf!" Untätig bleibe der UBZ aber nicht: "In Absprache mit dem Seniorenheim haben wir vereinbart, näher daran im Oktober drei Bänke aufzustellen." Ohler aber ist aber eine Bank auch an der von ihm genannten Stelle wichtig: "Der Wunsch ist da - nicht von Drogenabhängigen, sondern von Senioren!"

Auf Merkur-Nachfrage erläuterte Ohler: "Der Weg vom Seniorenheim zur Allee ist, wenn man mit dem Rollator läuft, recht weit. Da wäre eine Bank unterwegs wichtig. Man müsste noch nicht mal eine neu kaufen - der UBZ hat ja Bänke im Bauhof stehen."

Aber nicht nur an Plätzen, wo sich Senioren gerne aufhalten, gibt es Nutzungs-Konflikte mit zwielichtigen Gestalten in Zweibrücken , wurde im Stadtrat bei einer weiteren Anfrage deutlich. Walter Rimbrecht (SPD ) sagte: "Der neue Spielplatz an der Christoph-Knorr-Straße ist sehr schön. Aber leider abends auch für lichtscheue Elemente, die dort ideale Rückzugsmöglichkeiten in den Wald haben. Die Polizei war schon da, aber da sind die im Wald verschwunden."

Das Anbringen einer Straßenlampe könne das Problem deutlich entschärfen, schlug Rimbrecht vor. Das Bauamt werde das prüfen, sagte Oberbürgermeister Pirmann zu.