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Amtsaufgabe: Wattweilers Ortsvorsteher Kunze wirft die Brocken hin

Amtsaufgabe : Wattweilers Ortsvorsteher Kunze wirft die Brocken hin

Wattweiler Ortsvorsteher begründet seinen Rücktritt im Gespräch mit dem Merkur mit Uneinigkeiten im Rat

Mangelnde Kooperation beim Angehen dringender Aufgaben für den Stadtteil Wattweiler nennt Ortsvorsteher Reinhard Kunze im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur als Hauptgrund für seine Entscheidung, das Ehrenamt des Ortsvorstehers nicht weiter bekleiden zu wollen. Sein persönlicher Entschluss habe nach der April-Sitzung festgestanden, so Kunze, der noch bis zum 1. Oktober die Amtsgeschäfte kommissarisch weiterführt. Am 24. September wird die Wahl des Amtsnachfolgers zusammen mit der Bundestagswahl erfolgen.

„Die fortwährenden Streitigkeiten, das Gefühl zu haben, stets in der Luft zu hängen, keine Unterstützung zu haben und eine mangelnde Kooperationsbereitschaft innerhalb des Gremiums, die nicht zu übersehen war, haben mich, nachdem gesundheitliche Probleme meinerseits hinzukamen, zu diesem nicht einfachen Schritt bewogen. Dabei muss ich sagen, dass die mangelnde Kooperationsgemeinschaft nicht für alle Mitglieder im Ortsbeirat gilt. Nach der Sitzung vom 26. April habe ich mir noch zwei Tage Bedenkzeit genommen. Als ich beim Hauptamt bei der Stadtverwaltung danach vorsprach, musste ich feststellen, dass die dort schon informiert gewesen sind. Da haben wohl einige Leute mit einem entsprechenden Schritt von mir gerechnet, was zum Gesamtbild passt“. In der letzten Ortsbeiratssitzung vergangene Woche, wo der Punkt für die Wahl eines Nachfolgers zur Tagesordnung zählte, einigten sich alle Ortsbeiratsmitglieder darauf, dass gemeinsam mit der Wahl zum Deutschen Bundestag auch die Wahl des neuen Ortsvorstehers erfolgen soll. Kunze: „Das hat den Charme, dass sicher viele Wahlberechtigte aus dem Stadtteil zur Urne kommen und der Nachfolger dann auch von einer breiten Bürgerschar gewählt wird.“ Das Beste für Wattweiler, das sei seine persönliche Losung gewesen, stellt Kunze ohne Groll rückblickend fest. Dazu habe insbesondere das Schaffen eines neuen Baugebietes gezählt, was ja auch schon früher Thema im Ortsbeirat gewesen sei. Kunze: „Von den Ortsbeiratsmitgliedern der ‚Freien Wähler’ ist dieses Vorhaben allerdings abgelehnt worden, obwohl jedem klar sein muss, dass wir ohne Zuwächse bei der Bevölkerungszahl im Vorort künftig keine Rolle spielen. Wir müssten hier etwas bewegen, doch stattdessen treten wir auf der Stelle. Solche Erfahrungen habe ich immer wieder gemacht. Etwa beim Bemühen um die Verbesserung im Mobilfunk. Da ist auf unsere Webseite geschaut worden, wurde auf die Bevölkerungsgröße geblickt und dann dankend abgelehnt worden, weil die Größe des Vorortes einfach nicht stimmig gewesen ist“. Kunze grollt nicht, bedauert jedoch die Entwicklung in höchstem Maße, weil sie bei der Amtsübernahme einfach undenkbar gewesen sei. Jetzt möchte Reinhard Kunze den Ortsteil doch nicht im Stich lassen und alles sauber und einvernehmlich bis zum Oktober hin abwickeln. Seine Partei, die CDU, wird am 12. Juli bei einer Zusammenkunft im Sportheim die Frage erörtern, wer als Nachfolger in Frage kommt. Gleiches gilt für die SPD und die „Freien Wähler“, die sich in den kommenden Wochen mit der Nachfolge für das vakante Ehrenamt befassen werden. Der Dorfplatz gegenüber dem Bürgerhaus soll mit einer weiteren Sitzgarnitur ausgestattet werden. Die Ortsbeiratsmitglieder sprachen sich dabei dafür aus, dass die Tischgruppe „quer“ zur vorhandenen Boulebahn gestellt werden soll. Entsprechend dieser Grundsatzentscheidung können dann die Fundament geschaffen werden. Vorletzte Woche, am 13. Juni, hat sich die Jury mit Hans Conrad, Heinrich Damm, Jürgen Kroh und Reinhard Kunze alle Vorgärten, Blumenfenster und „hängenden Gärten“, das sind solche in Steil- oder Hanglage, angeschaut und bewertet. Kunze: „‚Wattweiler blüht auf’ ist und bleibt eine tolle Sache. Ich konnte viele Bilder für einen Lichtbildervortrag schießen, im kommenden Frühjahr werden die Sieger dann ausgezeichnet. Die Jury hat die Bewertungsaufgaben mit großem Engagement gelöst und ich kann schon jetzt feststellen, dass die Entscheidungen überhaupt nicht einfach waren.“

Mehrere Förderanträge waren von Ortsbeiratsmitgliedern gestellt worden. Wie Kunze auf Anfrage sagte, kann nach Rücksprache mit der Stadtkämmerei nur der TuS-Antrag auf Förderung zum Zug kommen. Beim Sportheim soll ein behindertengerechter Zugang geschaffen werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der TuS selbst das Projekt über den Sportbund gefördert bekommt. Die Vorortgemeinde wird dann dazu ihren Beitrag im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten leisten.