1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Moment Mal: Warten auf die Jury oder: Von der Pflicht, sich von der Schokoladenseite zu präsentieren

Moment Mal : Warten auf die Jury oder: Von der Pflicht, sich von der Schokoladenseite zu präsentieren

Wer A sagt, muss auch B sagen – und wer einen Preis gewinnen will, muss auch das harte Urteil der Jury über sich ergehen lassen. Was dabei im konkreten Fall auf Käshofen zukommt, ist mit Engagement zu schaffen – glaubt Merkur-Chefredakteur Michael Klein.

Es ist genau eine Woche her: Am vergangenen Montag meinte Klaus Martin Weber im Pfälzischen Merkur im Brustton tiefster Überzeugung, „dass Käshofen einfach bei jedem ins Programm gehört“. Vornehmlich hatte der Ortsbürgermeister des aktuell um die 670 Einwohner zählenden Ortes damit natürlich das kulturelle Programm in Käshofen gemeint, das sehr wesentlich vom Verein Kultur & Rock geprägt wird und das Anhänger auch von weit außerhalb der Ortsgrenzen kennt. Als hätte es noch eines Beweises bedurft, stimmten die in diesem Zusammenschluss ebenfalls engagierten Sabrina Ewald und Andrea Beck unisono in den Lobgesang des Ortsbürgermeisters mit ein, hoben insbesondere auf die Dorfgemeinschaft und den Zusammenhalt innerhalb des Dorfes ab.

Augenscheinlich und für jeden Außenstehenden beim Lesen zu erkennen: Die drei Genannten leben gerne in Käshofen. Weshalb sie als Kronzeugen wie gemacht sind für unsere noch bis 9. September dauernde redaktionelle Serie. Intern heißt die in unserem Sprachgebrauch  „ILGI“– ausgeschrieben: „Ich lebe gerne in…“ Der Sinn dahinter: Alle Orte unseres pfälzischen Verbreitungsgebietes kommen auf diese Art groß raus. Alle haben die Möglichkeit, Eigenmarketing zu betreiben – mal weniger, mal mehr. Und die Leser bleiben an den Besonderheiten hängen, kriegen Einblicke ins dörfliche Miteinander aus erster Hand. Sublokal im besten Wortsinne.

Für Käshofen und seinen rührigen Ortsbürgermeister, der unseren Mitarbeiter Volker Baumann bei dessen Besuch touristisch und informativ bestens an die Hand genommen hatte, könnte der Auftritt im Merkur im Nachhinein sogar zu einer gelungenen Generalprobe werden, denn der 1198 erstmals urkundlich erwähnte Ort bekommt demnächst erneut interessierten Besuch – und der schaut noch genauer hin: Am 4. September macht nämlich eine fachkundige Jury Station in Käshofen, um den Ort im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Leib und Nieren zu prüfen. Da muss sich Käshofen den Juroren noch einmal von seiner Schokoladenseite zeigen!

Die Idee hinter dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beschreibt der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz: „Die Dörfer und damit die Dorfgemeinschaften sind aufgerufen, ihren Ort, ihr unmittelbares Lebensumfeld aktiv zu gestalten und zukunftsfähig zu entwickeln. Strukturelle Veränderungen und die Gestaltung des demografischen Wandels stehen im Fokus des Dorfwettbewerbes. Dabei sollten beispielhafte Aktivitäten und Initiativen herausgestellt werden, die zur Verbesserung der Zukunftsperspektiven und der Steigerung der Lebensverhältnisse in den Dörfern beitragen.“

Übrigens: Einer Mitteilung des Ministeriums zufolge, wird in diesem Jahr neben den zwei Sonderpreisen für vorbildliche Initiativen und Maßnahmen zur Stärkung der Innenentwicklung der Dörfer in der Haupt- und Sonderklasse (Preisgeld je 3000 Euro) und dem Sonderpreis „Demografiepreis Dorferneuerung“ (Preisgeld 5000 Euro) erstmals ein Sonderpreis „Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung“ mit einem Preisgeld in Höhe von ebenfalls 5000 Euro ausgelobt, denn dieses Thema sei für die Zukunft unserer Dörfer von zentraler Bedeutung. Der rheinland-pfälzische Innenminister sagt: „Die Beteiligung von Kinder und Jugendlichen an der Entwicklung des Dorfes ist ein Hauptanliegen der Dorferneuerung.“

Na ja, dann müssen die Käshofer ja nur noch unter Beweis stellen, dass ihnen dies gelungen ist. Gut, sie haben auch noch eine Menge anderer Pflichten, die sie erfüllen, Tests und Fragen, die sie beantworten müssen. Denn die Jury nimmt sich Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen vor. Sie bewertet das bürgerschaftliche Engagement, die sozialen und kulturellen Aktivitäten im Dorf, sie schaut auf Baugestaltung und -entwicklung. Und lässt den Blick ins Grüne gehen, indem sie die Frage untersucht, wie Käshofen in die Landschaft integriert ist. Am Ende – wenn alle weit über 50 einzelnen Teilaspekte abgearbeitet sind - sind dann im Rahmen der Gesamtbeurteilung noch ein paar weitere konkrete Fragen zu beantworten.

Schwerstarbeit also für den Ortsbürgermeister und seine Mitstreiter. Wie gut, dass wir es deutlich einfacher haben – wir müssen Käshofen nur die Daumen drücken. Und können uns gerne heute mit dem nächsten Teil unserer Reihe „ILGI“ befassen. Lambsborn lässt grüßen…