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Wanderer beklagen zu viele Radfahrer auf schmalen Waldwegen

Rücksichtslose Radfahrer : Wem gehören die Wege im Wald?

Wer darf eigentlich im Wald was? Das hat Thorsten Gries erst sich und dann die Stadt gefragt.

Stadtratsmitglied Thorsten Gries (SPD) geht viel wandern. Zum Beispiel seiner Heimat in Niederauerbach oder auch rund um die Fasanerie. Was ihm in den letzten Wochen und Monaten dort auffiel, waren teils rücksichtslose Radfahrer, die die schmalen Wege im Wald für sich in Anspruch nahmen.

Gries kam ins Grübeln. „Der Wald gehört jedem – vor allem den Tieren.“ Dürfen Radfahrer die Wege im Wald überhaupt benutzen? Immerhin sind dort schon gefährliche Situationen entstanden. Er erzählt von einer Gruppe Mountainbiker, die ohne Klingel einen schmalen Weg hinuntersausten, auf dem Gries vor ihnen gerade mit seinen Hunden unterwegs war. Der Weg sei nur etwa 70 Zentimeter breit gewesen, daher habe er nur mit Mühe ausweichen können. „Es sind aber auch viele ältere Leute unterwegs, die nicht so leicht ausweichen können“, erklärt der Niederauerbacher.

Mit seinen Beobachtungen steht Ratsmitglied Gries nicht alleine da. Immer wieder wurde er zuletzt von Bekannten auf die Radfahrer angesprochen. „Du sitzt doch im Stadtrat. Kann man da nicht was machen?“, hieß es oft. Also stellte Gries Anfang September in der Ratssitzung eine Anfrage. Sein Anliegen: Die Verwaltung solle auf die korrekte Verhaltensweise als Radfahrer im Wald hinweisen, damit die Situation nicht eskaliere.

In der Antwort der Stadtverwaltung heißt es, dass das „Radfahren im Wald nur auf Straßen, nicht aber auf schmalen Wander- oder Fußwegen“ erlaubt sei – außer wenn die Waldbesitzer dies explizit erlauben. Im Bereich rund um die Fasanerie sei die Stadt Zweibrücken Eigentümer der Wege. Kontrolliert werde durch die Polizei. Die Verwaltung versichter: Das Ordnungsamt werde in einer Zeitungsanzeige auf die bestehenden Regelungen hinweisen.

Der Wald ist jedoch nicht das einzige Gebiet, das von Radfahrern gekapert wird. Auch in der Zweibrücker Fußgängerzone fallen die vielen Radfahrer auf. „Besonders abends“, erklärt Ratsmitglied Gries. Dabei heiße es ja nicht umsonst Fußgängerzone und nicht Radfahrerzone.

Auch beim Ordnungsamt gingen  in letzter Zeit wiederholt „Beschwerden wegen rücksichtsloser Radfahrer im Innenstadtbereich“ ein, wie Behördenleiter Klaus Stefaniak auf Merkur-Anfrage erklärt. Konkret sei das Radfahren auf den Fußgängerwegen, dem Alexanderplatz, dem Hallplatz und am zentralen Omnibusbahnhof verboten. Dort habe das Ordnungsamt zuletzt auch mehrfach kontrolliert. Insgesamt seien 26 mündliche Verwarnungen an „vorwiegend jugendliche Radfahrer“ ausgesprochen worden, wie Stefaniak weiter mitteilte. In zwei Fällen habe die Behörde die Fahrräder vorrübergehend einkassiert. Bei der Herausgabe der Fahrräder habe das Ordnungsamt dann die Sorgeberechtigten über das „verbotswidrige Verhalten“ ihrer Kinder informiert.