1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Wanderbäume beim "Einheitsbuddeln" in Zweibrücken eingepflanzt

Stadtgrün : „Einheitsbuddeln“ mit Gießhilfe von oben

Am Samstag wurden bei strömendem Regen die sechs Wanderbäume zwischen Schloss und Helmholtz-Gymnasium eingepflanzt und die Gewinner des Klimaanpassungspreises der Stadt Zweibrücken ausgezeichnet.

Regen bringt Segen. Und so fand die Reise der sechs klimafesten Wanderbäume durch die Zweibrücker City beim bundesweiten Einheitsbuddeln am Tag der Deutschen Einheit in strömendem Regen einen segensreichen Abschluss. Trotz des nass-kalten, windigen und eher ungemütlichen Wetters hatten sich rund 30 Helfer und Schaulustige am Lehrerparkplatz des Helmholtz-Gymnasiums versammelt, um das Finale zu begleiten. Die Aktion war erneut stadtweit Hand in Hand verlaufen: Der UBZ hatte bereits die Fläche vorbereitet und die Löcher gebuddelt. Das THW, das nach dem Umzug der sechs Bäume vom Herzogplatz in die Fußgängerzone bereits geübt war, hatte die Bäume an den Lehrerparkplatz transportiert. Und das ebenfalls perfekt eingespielte Helferteam von ZW vernetzt, Fridays for Future, 1001 Bäume griff mit Unterstützung von Stadtplanerin Barbara Kirsch-Hanisch und Oberbürgermeister Marold Wosnitza beherzt zu.

„Das Wetter ist für diesen Anlass ideal, dann bekommen die Bäume auch gleich Wasser“, bestätigte der OB. Er bedankte sich bei allen, die in den letzten Monaten im Rahmen der vielfältigen Stadtgrün-Aktionen „geschippt, geschleppt, getragen, gezerrt, geschoben, gegossen und einfach extrem viel geleistet haben, um die Begrünung der Stadt voran zu bringen“.

Lange war nach dem idealen Standort für die Bäume gesucht worden. „Sie in der Innenstadt zu platzieren, ist in Zweibrücken eine Herausforderung, da man überall auf Bunker, Wasser- oder Stromleitungen trifft“, wusste Stefan Paul, Begründer der Bürgerinitiative ZW vernetzt. Doch am Lehrerparkplatz können die Bäume neben Lehrern und Schülern auch zahlreiche Spaziergänger über den kleinen Exe erfreuen und Schatten über den geparkten Autos spenden. Zudem sei nach den Parkplätzen an der Karlstraße und hinter der Stadtsparkasse nun eine weitere Schotterfläche in der Innenstadt begrünt. „Ich finde den Standort hier ideal, zumal hier alle fünf Bäume gemeinsam Platz finden“, kommentierte Marold Wosnitza unter einstimmigem Applaus.

Nachdem der erste Baum in der Erde war, folgte der zweite Höhepunkt des Tages: Die Ehrung der Gewinner des Klimaanpassungspreises der Stadt Zweibrücken. „Wir haben unter den sechs Bewerbungen so tolle Gärten gesehen, dass wir zwei erste, einen zweiten und einen dritten Preis vergeben haben“, freute sich Stadtplanerin Barbara Kirsch-Hanisch. Die Jury setzte sich aus einer Fachjury aus dem Stadtbauamt sowie dem UBZ zusammen, unterstützt von Gartenbauingenieurin Kerstin Pick und Klimawandel-Anpassungscoach Christian Kotremba. Eine „Lobende Anerkennung erhält Holger Speer für sein „vorbildliches Zukunfts-Projekt“ „Baumallee Saarpfalzstraße“, das vorsieht, die Straße von Aldi bis zum Globus mit Bäumen zu säumen. Der Unternehmer hat dafür bei den weiteren Anliegern geworben und etliche Zusagen erhalten.

Kriterien für die Vergabe des Klimaanpassungspreises waren die Entsiegelung des Bodens, der Aspekt Kühlung (Beschattung, Wasser, Gebäudegrün), die Pflanzenauswahl (Klimaverträglichkeit, Trockenverträglichkeit), Pflege/Unterhaltung (Umgang mit Beikräutern, Ressourcenaufwand), Klimatechnik (innovative Bewässerungssysteme, Regenwassernutzung und -rückhaltesysteme, Verschattungsideen) sowie zusätzliche Biodiversität (Steinhügel, Totholz, Insektenhotels, vielfältige Pflanzenauswahl mit Stauden, Sträuchern, Bäume, Gemüse, Obst, Nutz- und Zierpflanzen).

Den dritten Preis, eine Blühsaatmischung, erhielt Familie Rana in der Wolffangerstraße für ihre Steinmauer. Silber gewann der Natur- und Kräutergarten der Familie Knerr in Mittelbach und erhält als Preis drei Dolomit-Beetrosen. Die beiden Hauptgewinne gingen an Bärbel Hafner-Neu für ihren bezaubernden Wohngarten und das Ehepaar Susanne und Rainer Lilischkis für ihren Natur- und Selbstversorgergarten. Ihnen sei es trotz Südlage und schwierigen Wasserverhältnissen gelungen, in nur vier Jahren Dank intelligenter Bewässerungstechnik einen Natur- und Selbstversorgergarten anzulegen. Um Schatten zu spenden, findet hier auch der sechste Wanderbaum, die Mehlbeere, ihren Platz.

Bärbel Hafner-Neu freut sich über eine Kletterrose. Ein riesengroßes „Dankeschön“ in Form einer Weinrebe bekam Christian Kotremba. Der Klima-Anpassungscoach begleitete die Begrünungsaktion der Stadt Zweibrücken als einer von 14 Pilotkommunen in Rheinland-Pfalz mit so viel Herzblut und Engagement, dass er sogar zum finalen Buddeltag aus Neustadt angereist war – privat.