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Wanderausstellung „Glänzende Aussichten“ in Zweibrücken

„Glänzende Aussichten“ in Zweibrücken : Am Montag startet die Karikaturen-Ausstellung

In Zweibrücker Schaufenstern sind neben den Misereor-Motiven auch die Werke von drei lokalen Künstlern vertreten.

„Die Karikaturen gehen weg wie warme Weck. Wir hätten noch viel mehr unterbringen können“, freut sich Petra Stricker. Die City-Managerin und ihr Stadtmarketing-Team haben gerne den Impuls der Bürgerinitiative ZW-vernetzt aufgegriffen und die Miserior-Karikaturen-Wanderausstellung „Glänzende Aussichten“ nach Zweibrücken geholt. Passend zur Fastenzeit, die diese Woche am Aschermittwoch begann und am Ostersamstag endet, thematisieren die Karikaturen Themen wie Umweltverschmutzung oder Konsumverhalten und laden dazu ein, aufzuwachen und umzudenken.

Analog zu den vorhergehenden Ausstellungen haben auch diesmal die Geschäfte in der Zweibrücker Innenstadt sowie Leerstände und wenige Gastronomen die Patenschaft für die weit über 100 Bilder übernommen. Die 99 Werke von Misereor werden ergänzt mit den Karikaturen dreier einheimischer Künstler, nämlich Gilbert Baier, Thomas Brunner und Peter Hilzensauer, die dem Aufruf des Stadtmarketings hierzu gefolgt sind. Mit deren Werken warten jetzt fast 140 Bilder darauf, von Passanten in der Fußgängerzone, die erneut zu einer offene Galerie mutierte, entdeckt und bewundert zu werden.

Insgesamt haben sich rund 30 Geschäftspaten und Leerstände für die Exponate gefunden. Wenngleich bereits etliche Karikaturen in den Schaufenstern dekoriert sind, dauert die Wander-Ausstellung offiziell von 22. Februar bis 22. März. Manche Werke lassen ihre Betrachter laut auflachen, andere bringen subtil die grauen Zellen in Wallung, um die Botschaft zu erfassen, während wieder andere einfach nur betroffen machen. Einen Seitenhieb auf den Einkaufs-Tourismus etwa stellt diese Karikatur dar: Der Vater in Business-Anzug und Krawatte berichtet „Meine Tochter ist in ‚nem Kloster in Tibet.“ Darauf die Frage: „Zum Shoppen?“ Der „Lunchomat“ demonstriert gleich das Doppelthema Gier und Geiz kombiniert mit Fast-Food statt gesunder Ernährungsweise. Überfüttert ist das Kind vor dem Schaufenster des Spielzeugladens, das plärrt, weil es bereits alles dort besitzt. Offene Wünsche können eben auch glücklich machen. Selbst die Noephobie, die Angst vor Neuem und vor Veränderung, wird in witzigen Bildern dargestellt. Subtiler ist die Karikatur von dem fast verhungerten afrikanischen Kind. Erst, wer begreift, dass es um die Bildqualität des Fernsehgerätes geht, versteht die Aussage der Frau „zu scharf is auch nix“ angesichts des Elends.