1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Walzer, gepaart mit brasilianischem Flair

Walzer, gepaart mit brasilianischem Flair

Echtes Crossover, eine Überschneidung verschiedener Musikstile, bot das Quartett Passo Avanti im Wintergarten der Festhalle. Da erschien auf einmal Debussy im Country-Style oder Strauß in brasilianischer Anmutung. Das Publikum war begeistert.

Man wähnte sich in klassischen Sphären, als das Quartett Passo Avanti am Sonntagabend im Wintergarten sein Konzert begann. Georg Friedrich Händels "Ankunft der Königin von Saba" war zu hören. Doch plötzlich stimmt die Musik nicht mehr mit den eigenen Erwartungen überein.

Der Cellist zupft sein Instrument? Von Takt zu Takt wird die Musik jazziger! Und dann lässt der Violonist auch noch Teile vom Hochzeitsmarsch einfließen . . .

Ob wir - also das Publikum - gemerkt hätten, dass sie - die Musiker - die Stücke nicht ganz wie im Original spielen, fragte Klarinettist und Gründer des Ensembles, Alexander von Hagke die Zuhörer im Wintergarten. O ja, das merkte man schon. Und was der Anfang versprach, sollte das ganze Konzert halten: Debussy im Country-Style, Chopin südamerikanisch unterlegt und Strauß mit brasilianischem Flair, die Radetzky-Samba heizte ein.

Passo Avanti lässt die bekannten klassischen Stücke völlig neu klingen. Denn das sind sie praktisch auch. Von Hagke hat sämtliche Stücke neu bearbeitet und den Musikern quasi in die Instrumente arrangiert. Herausgekommen ist eine gelungene Verflechtung von klassischer Musik mit Jazz und anderen modernen Stilrichtungen.

Witzige, spritzige Musik, die trotz der ungewöhnlichen Zusammensetzung der Instrumente aus Violine, Cello, E-Gitarre und Klarinette absolut harmonisch ist. Die Grenzen zwischen Klassik und Moderne sind fließend, praktisch nicht mehr vorhanden.

Echtes Crossover also, eine Überschneidung verschiedener Musikstile. So hat es die Mozartgemeinschaft Zweibrücken , Veranstalterin des Konzerts, auch gewollt. "Unsere kleinen Neujahrskonzerte sind immer Cross-over", sagte der Vorsitzende Walther Theisohn. "Zudem sind wir immer bemüht, Künstler jenseits des Mainstreams und der großen Namen zu finden für unsere Konzertreihen."

Dass dem Quartett die Verschmelzung der Stile so mühelos gelingt und die Musik so leicht und stimmig wirkt, ist ganz sicher in der Professionalität der vier Musiker begründet: Alle vier sind sowohl in klassischer Musik als auch im Jazz ausgebildet.

Und ebenso sicher liegt es an der Leidenschaft und der Freude, mit der sie auf der Bühne spielen. Der Funke jedenfalls ist auf das Publikum im Wintergarten der Festhalle übergesprungen: Von den Konzertbesuchern hörte man jedenfalls nach viel Applaus, immer wieder Worte wie "großartig", "hellauf begeistert", "fantastisch" und "grandios".