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Wald leidet unter Hitze und Dürre: Förster erwarten immense Schäden

Rheinland-Pfalz : Wald leidet unter Hitze und Dürre: Förster erwarten immense Schäden

Große Hitze, aber seit Wochen kein Tröpfchen Regen: Werden die Bäume das überleben? Förster sprechen von einer dramatischen Situation, auch in Zweibrücken und der Region.

Bei den Forstämtern in Rheinland-Pfalz sind die Sorgen groß. Derartig trocken wie jetzt war es bislang nur selten im Land. Im Juli hat es in Rheinland-Pfalz kaum Niederschlag gegeben. Mit nur 0,5 Litern Regen pro Qua­dratmeter  war Wittlich im Juli der bundesweit trockenste Ort. Besonders heftig treffen die Wetterextreme wieder den Wald. Und die Förster fürchten immense Schäden.

Florian Kemkes, Leiter des  Forstamtes Westriches, erklärte am Dienstag auf Merkur-Anfrage, die Situation sei sehr ernst. „Der Dürremonitor Deutschland zeigt, dass im Pfälzerwald und dem Raum Pirmasens, bis nach Zweibrücken, der Boden bis zu einer Tiefe von 1,80 Meter ausgetrocknet ist. Das ist wirklich eine außergewöhnliche Dürre. Bis der Boden in einer solchen Tiefe austrocknet, muss es schon einige Jahre sehr trocken gewesen sein.“ Tatsächlich seien bereits die Jahre 2018 bis 2020 Dürrejahre gewesen; dass das vergangene Jahr mehr Niederschlag bot, habe kaum Linderung gebracht.

„Wir hoffen jeden Tag, dass es Regen gibt“, sagt der Forstamtsleiter. „Das darf dann aber kein Starkregen sein. Da fließt das meiste einfach ab. Was wir für unsere Region brauche, ist ein Landregen, ein Regen, der über mehrere Stunden anhält, damit auch Wasser versickern kann.“

Kemkes sagt, die Waldbrandgefahr sei aufgrund der Dürre hoch. Und die Bäume würden still leiden. Aber sichtbar für jeden aufmerksamen Beobachter. „Die Laubbäume werfen bereits Laub ab. Jetzt – im August. Das ist ein sehr besorgniserregendes Zeichen“, macht er deutlich. Dieses Phänomen sehe man derzeit auch bei Linden, Buchen, Birken und Ahorn.  „Normalerweise werfen die Bäume ihre Blätter im Oktober ab“, sagt Kemkes. Dass dies bereits jetzt im Sommer geschehe, zeige den Stress, dem die Bäume ausgesetzt seien. „Da die Bäume ihre Blätter jetzt schon abwerfen, haben sie nicht mehr die Möglichkeit zur Photosynthese.“

Am ärgsten sei die Lage in Rheinland-Pfalz wohl in Rheinhessen und in der Vorderpfalz, weil die Temperaturen dort noch etwas höher seien.  

 Auch andere Forstämter sind besorgt. Valentin Ehret etwa, Leiter des Forstamtes Traben-Trarbach, sagt: „Die Situation ist dramatisch.“ Wie Kemkes hofft auch er auf Regen. Am besten tagelang, sagt er.

„Die Bäume sind an einem Punkt, wo sie sich nicht mehr wehren können“, sagt Ehret. Auch er beobachtet dass etliche Bäume bereits ihre Blätter abwerfen. „Es ist erschreckend.“