730 000 Euro Bilanzgewinn VR-Bank setzt stark auf Baukredite

Südwestpfalz · Ungeachtet aller Widrigkeiten boomt das Kreditgeschäft der VR-Bank Südwestpfalz weiterhin.

Pegasus vor der VR-Bank Südwestpfalz in Zweibrücken.

Pegasus vor der VR-Bank Südwestpfalz in Zweibrücken.

Foto: Cordula von Waldow

Die VR-Bank Südwestpfalz hat im vergangenen Jahr ihre Bilanzzahlen steigern können. Und das ist auch gut so, meint Vorstandschef Paul Heim: „Denn wir wollen dauerhaft eine eigenständige Genossenschaftsbank in der Südwestpfalz bleiben.“ Dafür braucht es aber den Aufwärtstrend sowohl bei Krediten als auch Geldanlagen – und er hat im vergangenen Jahr angehalten. Die Bilanzsumme ist um 4,9 Prozent (41,5 Millionen Euro) auf 885,5 Millionen Euro angewachsen, die Kundeneinlagen um 5,2 Prozent (36,6 Millionen Euro) auf 747 Millionen Euro und die Kredite um 1,6 Prozent auf 519,2 Millionen Euro. Das Kreditvolumen über die Partner der Genossenschaftsbank hat 142,9 Millionen Euro erreicht, die Einlagen bei den Verbundpartnern belaufen sich auf 394,4 Millionen Euro.

Am Ende bleibt der VR-Bank ein Bilanzgewinn von knapp 730 000 Euro, der quasi gedrittelt wird: Jeweils rund 245 000 Euro fließen der gesetzlichen und der satzungsgemäßen Rücklage zu, um das Eigenkapital zu stärken, der Restbetrag von etwa 240 000 Euro soll an die 15 790 Mitglieder ausgeschüttet werden als eine zweiprozentige Dividende. Was eine Steigerung bedeuten würde, denn im vergangenen Jahr bekamen die Genossenschaftsmitglieder 1,5 Prozent als Dividende auf ihre Bankanteile. Entscheiden wird über die Gewinnverwendung die Vertreterversammlung am 28. Juni im Bürgerhaus in Waldfischbach-Burgalben.

Das Jahresergebnis stellt den zweiköpfigen Vorstand vollends zufrieden. „Das vergangene Jahr war schließlich auch für Banken eine Herausforderung“, betont Vorstandsmitglied Michael Knecht: „Zuerst hat uns noch Corona zu schaffen gemacht, dann waren es die Energie-Krise und die Inflation.“ Daher sei der Vorstand froh, das Jahresergebnis in dieser Form darstellen zu können. Und Heim zeigt sich stolz, dass dies aus eigener Kraft möglich war – und dankt den 154 Mitarbeitern plus zehn Auszubildenden in den sieben Geschäftsstellen in der Südwestpfalz. Das Personal bei der VR-Bank ist übrigens rückläufig: Ein Jahr zuvor waren es noch 158 Beschäftigte und elf Auszubildende. Wie Knecht erläuterte, ist vor allem das Ausscheiden von Mitarbeitern in den Ruhestand der Grund für den geringeren Personalbestand.

Stabil ist das Geschäftsstellennetz: Veränderungen an der Struktur mit sieben Geschäftsstellen und sieben SB-Stellen sind aktuell nicht geplant. Im vergangenen Jahr hat die VR-Bank nach den Standorten Rodalben, Zweibrücken und Waldmohr auch die Hauptstelle in Pirmasens in der Alleestraße mit einem „VR-Service Interaktiv System“ ausgestattet – das kurz „VR-Sisy“ genannte System ist eine Kabine, in der Kunden live mit einem per Video zugeschalteten Bankmitarbeiter live sprechen können. „Steigend, aber ausbaufähig“ nannte Knecht gestern die Nutzung dieses Beratungsangebots, das vor allem zu Zeiten genutzt werde, in denen die Schalter in den vier Geschäftsstellen geschlossen haben. In der Pirmasenser Hauptstelle ist in diesem Jahr die Modernisierung des Beratungsbereichs geplant, schon installiert wurden zwei neue barrierefreie Geldautomaten. Sie verfügen auch über einen höheren Sicherheitsstandard als ihre Vorgänger. Denn auch bei der VR-Bank Südwestpfalz ist der Schutz vor der Sprengung von Geldautomaten ein großes Thema. „Auch wir schließen unsere Automatenbereiche in der Nacht“, informiert Knecht, darüber hinaus seien noch weitere geheime Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.

Im Fokus der Investitionen in die Geschäftsstellen stehen in diesem Jahr aber die Sanierungsarbeiten an den Tiefgaragen unter und neben der Hauptstelle in Pirmasens. 16 Jahre hat ein Rechtsstreit mit den damaligen Bauverantwortlichen wegen Mängel beim Neubau der Tiefgaragen gedauert. Inzwischen ist er abgeschlossen, und zwar für die VR-Bank erfolgreich, sodass sie nun an die Behebung der Mängel und Sanierung des gesamten Parkplatzbereichs geht, wie der zuständige VR-Bank-Mitarbeiter Fabian Buster erläutert: Ende dieses Monats sollen die Bauarbeiten beginnen, deren Dauer auf sechs bis acht Monate veranschlagt ist. Rund 900 000 Euro investiert die VR-Bank in das Projekt. Bis zum Jahresende werden allerdings auch die 38 Mitarbeiter- und zehn Kundenparkplätze gesperrt. Um den VR-Bank-Kunden weiterhin nahe Parkplätze bieten zu können, werde gerade mit der Stadt über Lösungen verhandelt, auch werden ihnen Parkgebühren erstattet, kündigt der Vorstand an. Und für die Mitarbeiter werden Stellplätze in den Parkhäusern in der Schäferstraße und auf dem Exerzierplatz genutzt.

Die VR-Bank Südwestpfalz sieht sich als Bank für die Region in der Region: Dieser kommen nicht nur knapp eine Million Euro an Steuern und 8,4 Millionen Euro an Gehältern zugute, auch 140 000 Euro an Spenden- und Sponsorengelder wurden im vergangenen Jahr ausgeschüttet, informierten Heim und Knecht. Neben Sport und Kultur liegt inzwischen das Augenmerk stark auf Nachhaltigkeitsprojekten.

Paul Heim 

Paul Heim 

Foto: Markus Fuhser

Leicht gesunken ist 2022 die Zahl der Kunden auf 48 900, was laut Knecht auch mit der Bevölkerungsentwicklung und Bestandsbereinigungen von Konten zu tun habe.

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