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Gesellschaft für Sicherheitspolitik: Vortrag: Wie schütze ich mich gegen Cyber-Kriminalität?

Gesellschaft für Sicherheitspolitik : Vortrag: Wie schütze ich mich gegen Cyber-Kriminalität?

„Wurden Sie heute schon gehackt?“ Cyberkriminalität stand im Mittelpunkt des so benannten Vortrags von Kriminalhauptkommissarin Sabrina Jülich aus Mainz in der Versöhnungskirche. Zu dem Vortragsabend mit der Expertin des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz hatte Oberst a.D. Joachim Sanden als Vertreter der Gesellschaft für Sicherheitspolitik eingeladen.

Über 60 Gäste hörten in dem gut 90 minütigen Vortrag interessante Aspekte aus dem Wirkungsbereich digitaler Kriminalität. Mit den positiven Möglichkeiten der Internetnutzung gehen negative Begleiterscheinungen einher, denn Cyberkriminellen bieten sich vielfältige Tatgelegenheiten. Immer mehr Straftaten verlagern sich ins Internet, neue Kriminalitätsphänomene sind seit dem Siegeszug der elektronischen Medien in den 90er Jahren entstanden. Von diesen, historisch betrachtet noch recht jungen Methoden krimineller Energie, sind Firmen und Institutionen genauso betroffen wie Privatpersonen, die in ihrem Alltag Computer nutzen, Profile in sozialen Netzwerken führen und mobil mit Handys kommunizieren. Nach einer Statistik der Firma Norton Cyber Security sind 2017 in Deutschland mehr als 23 Millionen Menschen Opfer von Cyberkriminalität geworden. Die Bandbreite illegaler Aktivitäten und Tatgelegenheiten im oder über das Internet ist groß. Sie reicht von der Verbreitung von Kinderpornografie oder Schadsoftware bis hin zur massenhaften Fernsteuerung von Computern (Botnetzen). Auch sogenanntes „Phishing“ und digitale Erpressung nach Datendiebstahl gehört thematisch dazu. „Das, was wir aktuell in der breiten Masse der Delikte am Häufigsten beobachten, ist die Infizierung mit Schadsoftware“, sagte Jülich. Wie schnell und einfach das Hacken elektronischer Geräte gelingt, präsentierte Jülichs Kollege, Robin Wick, Cyber-Analyst des LKA Mainz. Er simulierte beispielhaft die Infiltration eines öffentlichen W-LAN in einem Hotel. Wichtig war es den beiden Experten, mögliche Gefahrenfelder für das eigene Nutzerverhalten zu nennen, die Aufmerksamkeit zu schulen und darzulegen, dass schnell großer Schaden entstehen kann.

Aber was können wir tun, um uns zu schützen? „Wer sich Schadsoftware eingefangen hat, sollte am besten den Rechner komplett neu aufsetzen und ein sauberes Daten-Backup aufspielen“ erläuterte Wick. Um Handy oder Computer vor einer Infektion mit Ransomware und anderer Schadsoftware zu schützen, sollte man keine per Mail übersandten Anhänge oder enthaltene Links, die nicht zweifelsfrei sicherer Herkunft sind, öffnen. Auch das Laden von Dateien aus dem Internet, die nicht von verifizierten Stellen angeboten werden, ist eine Gefahrenquelle. „Daten sichern, am besten regelmäßig manuell oder mittels einer Backup Software auf einem externen Datenträger“ lautete ein weiterer Hinweis von Herrn Wick. Aktuelle Antivirenprogramme helfen außerdem bei der Identifikation dubioser Daten. Die beiden Experten des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz zeichneten ein sorgfältiges und umfassendes Bild der Cyberkriminalität.