Vorsicht, falscher Enkel!

Die Mittelbacher Landfrauen informierten sich kürzlich über Trickbetrüger. Zu Gast war Hauptkommissar Gerd Fallböhmer von der Polizeidirektion Pirmasens, der vor der Hinterhältigkeit mancher Tricks warnt.

Dagmar Bösel, Vorsitzende der Landfrauen Mittelbach, begrüßte 30 interessierte Mitglieder zu dem spannenden Vortrag von Hauptkommissar Gerd Fallböhmer zum Thema "Schutz vor Betrügereien und Einbruch". Im Mittelpunkt der Ausführungen stand der sogenannte "Enkeltrick", der inzwischen weithin bekannt ist und dennoch immer wieder funktioniert, sogar in steigendem Maße.

"Der Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs", betont der Vortragende, auf den besonders ältere Menschen reinfallen: Das Telefon klingelt, es meldet sich jemand mit den Worten: "Rate mal, wer hier spricht", oder ähnlich. Der Anrufer gibt sich als Enkel aus oder als Freund des Enkels. Schnell kommt er auf den Grund des Anrufs zu sprechen, er befinde sich in einer Notlage infolge eines Unfalls, ein finanzieller Engpass sei eingetreten, kurzum, er brauche eben dringend Geld. Die Lage wird äußerst dringlich dargestellt, unterstrichen noch durch wiederholte Anrufe kurz hintereinander. Ist die angerufene Person dann überzeugt, wird die Geldübergabe besprochen, jemand komme vorbei, durch ein verabredetes Passwort werde Sicherheit vorgetäuscht. "So verlieren Oma oder Opa oft ihre gesamte Ersparnisse unwiederbringlich," sagt Fallböhmer. Vorsicht ist also geboten.

"Seien Sie misstrauisch, wenn sich am Telefon der Anrufer als Verwandter ausgibt, den sie aber gar nicht erkennen. Reden Sie nicht über familiäre oder finanzielle Verhältnisse. Nach dem Anruf sollten Sie zunächst einmal Rücksprache mit Familienangehörigen halten. Niemals Geld an Fremde übergeben! Und natürlich schon beim leisen Verdacht die Polizei informieren unter der Nummer 110."

Man sollte außerdem niemals fremde Personen in die Wohnung lassen. Auch nicht, wenn ein Notfall vorgetäuscht wird (Wasserglastrick, Zetteltrick oder ähnliches). Bei Amtspersonen sollten sich die Hausbewohner immer den Dienstausweis zeigen lassen, nicht auf jedes Klingeln sofort die Tür öffnen, vorher immer erst den Türspion benutzen oder die Sprechanlage, beim Öffnen die Türsperre belassen.

Dorothea Imhof sagt: "Ein wichtiger und interessanter Vortrag. Man kann sich heutzutage ja gar nicht genug schützen."