Von Narren und Hohheiten

Fast zwei Stunden schlängelte sich der närrische Fastnachtszug durch die Zweibrücker Innenstadt. Um 15.54 Uhr übergaben die Zweibrücker Jecken den Stadtschlüssel wieder an Oberbürgermeister Kurt Pirmann.

Hochkarätig war der Zweibrücker Fastnachtsumzug gestern besetzt. Zu den Fastnachtsprinzessinnen Laura I. von der Clubgemeinschaft Hasensteig und Ellen I. vom Humoristischen Fasenachtsverein, zeigten sich die Rosenkönigin Laura I. und eine namenlose Müllkönigin aus Mörsbach den rund 25 000 Zuschauern des Umzugs.

Um 15.50 Uhr passierte die oder das Zugente oder - ende die Ehrentribüne am Alexanderplatz. Vier Minuten später überreichte Heike Hofer Oberbürgermeister Kurt Pirmann den Stadtschlüssel. "Jetzt hat der Kurt wieder das Sagen in der Stadt." Die Co-Präsidentin des Karnevalvereins verband die Rückgabe mit der Aufforderung, dass Pirmann schauen müsse, "dass Geld in die Kass kommt". Dafür sollen neben der Verwaltungsspitze auch die Stadträte sorgen. Gestern übten sich die Ratsmitglieder der SPD und CDU erstmals im Verteilen von Süßigkeiten. "Die könne ja auch was schaffe", meinte eine Zuschauerin im Indianerkostüm. Die SPD'ler präsentierten sich als alte Hasen mit langen Ohren. Die Jusos ergänzten: "Von wegen alter Hut." CGH-Präsident Klaus Ries meinte: "Wenn ihr Hasen zuviel habt, schickt die bei uns vorbei." Die CDU warb für den Flughafen und die S-Bahn mit dem Satz: "Jetzt sind wir am Zug." Vielleicht waren damit auch die Stadtratskandidaten gemeint, die abgebildet waren.

"Wir bleiben da", verkündeten die Faschingsfreunde Mörsbach 21. Mit Schutzoveralls oder in schwarzer Kleidung hatten sie im Bollerwagen und einem Mülleimer Abfall aus Italien dabei. "Natürlich nutzen wir den Umzug für unsere Sache", sagte ein Mitglied der Bürgerinitiative. Wenn der Ruf erst ruiniert sei, mülle oder lebe es sich ganz ungeniert.

"Die Pferde sind das gewohnt. Nur die Böllerschüsse sind problematisch", sagte Gertrud Rendgen, die mit sechs Pferden vom Wanderreitparadies Gödelsteinhof den Zug anführte. Rosenkönigin Laura I. ritt auf einem so genannten Knabstrupper. "Das sieht ja aus wie das Pferd von Pippi Langstrumpf", sagte eine kleine Prinzessin am Rand.

Die Motivwagen des Zweibrücker Karnevalvereins, der Freizeitgemeinschaft Wolfsloch, des Humoristischen Fasenachtsvereins und der Clubgemeinschaft Hasensteig wurden von ihren Gardetanzgruppen begleitet. Dabei stellte der CGH-Vorsitzende seine Garden als "grüne Schlange von Ernstweiler vor".

Wieder dabei waren Narren aus Bitsch, die mit der gefangenen Hexe einen Blick ins Mittelalter wagten. Erstmals dabei war Haus Sarepta des Diakoniezentrums, das in diesem Jahr in Contwig eingeweiht wird. Beim Anblick der Frauen in gelben Gewändern und Sonnendiademen wusste Heike Hofer, warum die Sonne den kompletten Umzug über so herzlich gestrahlt hatte.

Der Bläser des Bexbacher Fanfarenzuges stößt ins Horn.
„Tam-Tam“ Wolfgang Wack machte Stimmung.
Blick vom Umzugswagen am Busbahnhof auf die Narrenschar.
Blumenkinder brachten Frühling in die Stadt.
Bei herrlichem Sonnenwetter säumten etwa 25 000 närrische Besucher die Straßen des bunten Umzuges.
Zwei kleine Prinzessinnnen sammeln Gutzjer.
Ein Hauch von brasilianischem KIarneval in Zweibrückens Straßen.

Zum Thema:

Auf einen BlickZuggruppen des Zweibrücker Fastnachtsumzugs: Karnevalverein Zweibrücken, Club Gemeinschaft Hasensteig, Humoristischer Fasenachtsverein Zweibrücken, Freizeitgemeinschaft Wolfsloch, Zweibrücker Fastnachts-Freunde, SPD-Stadtratsfraktion und Jusos Zweibrücken, CDU-Zweibrücken, Werner Ruf, Faschingsfreunde Mörsbach 21, Wanderreitparadies Gödelsteinhof Contwig, die Rothenberger, Diakoniezentrum Haus Sarepta Contwig, DM-Markt Zweibrücken. Musikgruppen: Stadtkapelle, Musikverein Schwarze Husaren Kleinsteinhausen, Guggemusik Rodalber Hexen, Tam Tam Trommelschule Zweibrücken, Fanfarenzug DJK Bexbach. sf