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Von der „Abfall-App“ bis zu einem „Verschenkmarkt“

Von der „Abfall-App“ bis zu einem „Verschenkmarkt“

Die große Koalition im Kreistag hat ihre Lehren aus den Problemen bei der Einführung des neuen Abfallkonzepts gezogen und macht sich stark für eine bessere Bürgerinformation. Von der "Abfall-App" über einen moderneren Abfallkalender in Papierform bis zum Beschwerdemanagement reichen die Vorschläge der CDU- und der SPD-Fraktion . Einstimmig hat der Kreistag jetzt beschlossen, dass alle Vorschläge geprüft werden sollen auf Machbarkeit und Kosten, um danach ein Komplettpaket an Verbesserungen zu beschließen.

In die Offensive gegangen ist zunächst die CDU-Fraktion mit ihrem Antrag für eine bürgerfreundliche Informationsplattform für die Abfallwirtschaft, wohinter sich zunächst ein modernerer Internetauftritt rund um die Müllabfuhr im Landkreis verbirgt. Alle Müllabfuhrtermine für alle Ortschaften sollen abgefragt und als ortsbezogener Kalender ausgedruckt werden können, außerdem sollen die Haushalte online erfahren, was sie bereits in Anspruch genommen haben an Restmüllleerungen, und schließlich soll eine PDF-Broschüre zum Herunterladen mit allen Informationen zu den Wertstoffhöfen bereitgestellt werden. Schließlich möchten die Christdemokraten von der Kreisverwaltung wissen, wie die Voraussetzungen und Kosten einer "Abfall-App" für Smartphones sind. Auf diese CDU-Initiative hat die SPD-Fraktion noch einen drauf gesetzt und einen Ergänzungsantrag verfasst mit weiteren Anregungen - was FDP-Kreistagsmitglied Reiner Hohn zur Bemerkung veranlasste: "Schön, dass sich die beiden großen Fraktionen überholen wollen." Die Sozialdemokraten denken mit ihren Vorschlägen auch an die Nicht-Online-Nutzer: Sie wollen den Abfuhrkalender auch an alle Haushalte verteilen. Online und gedruckt, in deutscher und englischer Sprache, soll auch ein "Abfall-ABC" erstellt werden, dass in alphabetischer Form eine bessere Übersicht als bisher zu allen Abfallstichwörtern liefert. Die Online-Plattform zum Abfallkonzept soll auch Antragsformulare beinhalten und Satzungen, außerdem durch eine Erdaushub- und Sperrmüllbörse - genannt "Verschenkmarkt" - ergänzt werden. Schließlich fordert die SPD-Fraktion ein Beschwerdemanagement zur zeitnahen Bearbeitung und Lösung von Problemen.

Für diese Initiative erhielt die große Koalition sogar Lob von Grünen-Fraktionschef Bernd Schumacher, der aber auch an die Defizite der Informationspolitik bei der Einführung des neuen Abfallkonzepts 2014 erinnerte: "Wären alle Informationen frühzeitig im Internet bereitgestellt worden, wäre das alles nicht so gelaufen." Schumacher regte dann auch an, dass vor dem Hintergrund der Kostenfrage zunächst alle Anregungen geprüft und mit Preisen versehen werden sollen, um dann im Kreistag nochmal darüber zu entscheiden.

In diesem Zusammenhang wollte Hohn auch wissen, wie das neue Abfallkonzept denn angelaufen sei. Eine Bilanz will Landrat Hans Jörg Duppré nach einem halben Jahr vorstellen, unter anderem auch weil die Umweltabteilung der Kreisverwaltung momentan alle Hände voll zu tun habe mit dem Umtausch von Tonnen - viele Haushalte brauchen eine andere Tonnengröße.