Vom Vertrauen und vom Misstrauen

Wenn eine Woche gut läuft, sollte man am Sonntag ein wenig schlauer sein als am Montag zuvor. An diesem Wochenende bin ich mir nicht so sicher, ob es geklappt hat mit dem guten Vorsatz. Warum? Nun, vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere Leser noch an den Bericht über die historischen Relikte im Zweibrücker Rosengarten in unserer Mittwochs-Ausgabe

Wenn eine Woche gut läuft, sollte man am Sonntag ein wenig schlauer sein als am Montag zuvor. An diesem Wochenende bin ich mir nicht so sicher, ob es geklappt hat mit dem guten Vorsatz. Warum? Nun, vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere Leser noch an den Bericht über die historischen Relikte im Zweibrücker Rosengarten in unserer Mittwochs-Ausgabe. Wir waren mit Georg Dhom und Roswitha Chéret unterwegs, die Wolfgang Ohlers Behauptung, im Rosengarten gebe es kaum noch historische Spuren, widerlegen wollten. Hintergrund davon: Die Stadtrats-Diskussion um den Antrag der scheidenden FDP-Rätin Hanne Stauch, den Rosengarten unter Denkmalschutz zu stellen. Hier beginnt nun die Ratlosigkeit. Denn beide Seiten haben nachvollziehbare Argumente auf ihrer Seite - allein das ist beileibe nicht selbstverständlich in Zweibrücken. Wer den Rosengarten unter Denkmalschutz stellt, sagen die einen, nimmt der Stadt die Möglichkeit, notwendige oder für notwendig gehaltene Modernisierungen beziehungsweise Veränderungen einfach angehen zu können; sofern die Kassenlage es erlaubt. Die anderen wollen verhindern, dass die Politik aus Profilierungssucht oder Unwissenheit Erhaltenswertes einfach wegwischt und deshalb den Denkmalschutz als Schiedsrichter dabeihaben.Im Grunde genommen geht es dabei um Vertrauen. Um das Vertrauen in die Stadtpolitik und ihre Hauptpersonen. Da können einem in der Tat Zweifel kommen, wenn man einmal in einer Ratssitzung gesessen hat oder sich an unendliche und - mit Verlaub - unwürdige Diskussionen etwa über den neuen Rosengarten-Eingang erinnert. Andererseits kann man auch nicht gerade sagen, dass die bisherigen politischen Entscheidungen den Rosengarten zu einem Schandfleck für die Stadt gemacht haben. Zumindest am Dienstag war er das wahrscheinlich schönste und idyllischste Fleckchen in der Zweibrücker Innenstadt.So weit, so unklar. Klar ist jedoch Folgendes: Die 50er und 60er Jahre sind aus dem Rosengarten keinesfalls verschwunden. Klar ist auch: Der Zweibrücker, gerne auch der Zweibrücker Stadtrat, sollte häufiger in den Rosengarten gehen. Und sich dort mit offenen Augen und offenem Herz umtun. Ups, doch noch etwas gelernt. Glück gehabt.