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UBZ entwickelt Online-Portal: Vom Hades bis zum Regenwasser

UBZ entwickelt Online-Portal : Vom Hades bis zum Regenwasser

Der UBZ arbeitet schon länger an einem Online-Kundenportal. In vier Wochen soll der Startschuss fallen.

Was ist eigentlich mit dem Chip-System für die Mülltonnen in Zweibrücken? Da sollte man doch schon längst im Internet nachschauen können, wann man seine Tonne hat leeren lassen. Diese Frage stellen Zweibrücker Leser seit Monaten immer wieder nicht nur sich selber, sondern auch dem Pfälzischen Merkur. Und der dem UBZ-Chef Werner Boßlet. Den Grund für die Verzögerung hat Boßlet bereits in der Vergangenheit genannt: Diese Kontrollmöglichkeit für die Bürger ist Teil eines umfassenden Kundenportals des Umwelt- uns Servicebetriebs und wird erst verfügbar sein, wenn das Kundenportal fertig ist. Jetzt hat Boßlet dem Merkur das neue Portal erstmals demonstriert.

Wenn es in ein paar Wochen scharfgeschaltet wird, kann man es über die Startseite des UBZ (www.ubzzw.de) erreichen. Mit der Debitoren-Nummer (steht auf jedem Bescheid) und dem Start-Passwort, das die etwa 10000 Grundstücks-Eigentümer in der Rosenstadt in etwa vier Wochen in einem Schreiben aus der Oselbachstraße finden werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest, aber es wird definitiv nach dem Super-Wahlsonntag am 26. Mai sein. Boßlet: „Die Leute kriegen so viel Post derzeit…“

In seinem Profil findet jeder Grundstückseigentümer ab dem Stichtag zunächst einmal alle seine Müll-, Niederschlagswasser- und Straßenreinigungs-Bescheide seit dem Jahr 2016. Die wurden in den vergangenen Monaten in zeitaufwändiger Kleinarbeit aus den Systemen der einzelnen UBZ-Bereiche herausdestilliert und in ein einheitliches Format gebracht. Dokumentiert sind auch die Leerungen der verschiedenen Mülltonnen – mit Datum und Uhrzeit.

Die Bescheide sollen künfig direkt in das Portal gestellt werden, damit die Bürger dem UBZ Papier- und Portokosten und sich selber weitere Aktenordner mit bedrucktem Papier ersparen. Hinweise auf neue Bescheide gibt’s per Email. Wenn die Bürger das wollen. Denn obwohl der UBZ laut Boßlet das Ziel hat, möglichst papierlos zu werden, soll jeder Bürger weiter auf Wunsch seine Bescheide auf dem Postweg erhalten können.

Das Portal, wie es im Juni an den Start geht, wird nur ein erster Schritt sein, betonen Daniela Walle und Daniel von Gyldenfeldt, die für das Projekt zuständig sind. Irgendwann, Boßlet spricht von einem bis eineinhalb Jahren, soll man alles, was man als Bürger mit dem UBZ zu erledigen hat, über dieses Portal abwickeln können. Von der Abwasserrechnung bis zum Rosengarten-Ticket. Spätestens für Letzteres werden dann auch die Bürger ihren Platz im Kundenportal finden können, die zur Miete wohnen. Bisher finden sich dort nur die Grundstückseigentümer, weil nur sie Empfänger der bisher eingebauten Gebühren-Bescheide sind.

Ehe der Adressatenkreis erweitert wird, werden erst einmal alle hoheitlichen Aufgaben des UBZ abgearbeitet. Als nächstes kommen laut Gyldenfeldt mutmaßlich die Friedhofsgebühren, bisher lediglich in einem internen System mit dem Namen Hades organisiert, an die Reihe. „Ziel muss es sein“, sagt Boßlet, „dass der UBZ 24 Stunden, sieben Tage die Woche für den Bürger erreichbar ist – und nicht nur zu den Bürozeiten.“ Diesen Schritt in die Zukunft lässt sich der UBZ laut Boßlet um die 100 000 Euro kosten.