Völlig Dada

Kleider aus alten Zeitungen und Kartons? Klingt verrückt, ist es aber nicht! Schülerinnen aus Pirmasens und Zweibrücken haben Mode im Stile des Dadaismus entworfen und am Freitag im früheren Merkur -Pressezentrum präsentiert.

"Dada oder Dadaismus macht Freude, Dada verbindet, Dada ist ein Lebensrezept, Medizin, Spaß, aber auch Nonsens und ein leeres Glas", so beschrieb Kunst- und Philosophielehrer Mathias Jann vom Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium am Freitagabend, was die Attribute der künstlerischen und literarischen Bewegung sein können. Die Mode, die im ehemaligen Pressezentrum des Pfälzischen Merkur dazu dem Publikum bei einer kleinen Modenschau mit anschließender Vernissage präsentiert wurde, ist keineswegs Nonsens. Auch keine banale Mode als Zeichen der Revolte gegen die Kunst vonseiten der Künstler, selbst wenn die 24 Kleidungsstücke nur aus Papier geschneidert sind. Im Stile der "Upcycling-Mode" ist von Schülern des Hugo-Ball-Gymnasiums (HBG) Pirmasens und des Hofenfels-Gymnasiums (HFG) Zweibrücken bereits vor Monaten ein Gemeinschaftsprojekt entstanden. Aus alten Kartons, Plakaten, Kalendern, Fehldrucken, Butterbrottüten oder Zeitungen wurden Kleider entworfen.

Unter Beifall der Besucher stellten 24 Schülerinnen aus Zweibrücken und Pirmasens gemeinsam ihre Exponate vor und zeigten damit, wie der Dadaismus alles erlaubt, entweder verrückt aus dem Eingefahrenen oder verrücken aus einer festgefahrenen Position in eine neue Richtung. Stolz waren die beiden federführenden Lehrerinnen Anja Cronauer (HBG) und Iris Seyler (HFG) auf ihre Mädels und dass die Kleider einen tollen Rahmen zur Präsentation gefunden haben. Ein Bekannter der beiden Kunstlehrerinnen, Friedel Baudy, schmückte den Abend mit Gedichten aus dem Dadaismus , um die Synergie zwischen literarischer und modischer Kunst auszudrücken. So, wie Dada alles ist und gleichzeitig auch nichts sein kann, konnten Schüler und Lehrer gleichermaßen völlig frei an ihre Kreationen herangehen - getreu dem Motto: Alles ist möglich. Das Kreativität fördernde Projekt, bei dem die Kunstschüler erste Basistechniken wie das Formen, Stecken, Falten und Schneiden mit Papier aus dem Modedesignstudium erlernten, wurde bereits im Sommer auf einer Modeschau in Pirmasens vorgeführt. Als Dank, dass man nun die Möglichkeit vom Merkur bekommen habe, sich in Zweibrücken zu zeigen, haben Iris Seyler und Anja Cronauer selbst Hand angelegt und ein "Merkur-Kleid" aus Zeitungen des Pfälzischen Merkur entworfen. Die Objekte sind auf Anfrage auch verkäuflich.

Bis zum 16. Dezember sind die Kleider im ehemaligen Pressezentrum des Pfälzischen Merkur (Hauptstraße 66) ausgestellt.