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Viele Sorgen und Nöte bei den Beschäftigten am Flughafen

Viele Sorgen und Nöte bei den Beschäftigten am Flughafen

Bürger aus der Region, darunter Beschäftigte am Zweibrücker Flughafen, hatten Freitag Gelegenheit, Fragen an die verantwortlichen Politiker zur Insolvenz des Airports zu stellen. Nicht für alle gab es befriedigende Antworten.

Für viele Zuhörer blieben trotz der Ausführungen der Vertreter der Landesregierung bei der Diskussion am Freitag in der Zweibrücker Festhalle noch offene Fragen. So drängte sich wiederholt die Frage auf, wie die EU-Kommission zu seiner Entscheidung für Saarbrücken, aber gegen den Zweibrücker Flughafen kommen konnte, wo letzterer doch über die bessere Landebahn und Landesysteme verfüge. Darauf konnten auch die Vertreter der Landesregierung keine Antwort geben. Es sei ihnen unerklärlich. Aber gerade wegen dieser hervorragenden Bedingungen wolle man alles dafür tun, um den Flughafen in einen Verkehrslandeplatz umzuwandeln. Auf die Frage, wer dafür die Kosten übernehme, ging Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ) jedoch nicht weiter ein.

Volker Schmitt, Bürgermeister von Großsteinhausen, erkundigte sich, ob die Kommunen bei der Rückzahlung der öffentlichen Beihilfen selbst auch zur Kasse gebeten werden. Diesbezüglich beruhigte ihn Dreyer und versicherte ihm, dass dies nicht der Fall sein werde. Da der Flughafen Insolvenz angemeldet hat und somit zahlungsunfähig ist, werden die Schulden erst einmal auf Eis gelegt. Ein Darlehen von Seiten des Landes komme allerdings auch nicht in Frage, da es rechtlich untersagt sei, insolventen Gesellschaften Darlehen oder Fördermittel bereit zu stellen.

Wolfgang Rapp, erster Beigeordneter von Großbundenbach, schlug vor, dass man doch eventuell den Flughafen in einen Frachtflugplatz umwandeln könne. Außerdem solle man darüber nachdenken, chinesische Investoren an Bord zu holen, da angeblich Chinesen in der letzten Zeit vermehrt Flugplätze außerhalb Chinas aufkaufen würden.

Für die Mitarbeiter des Flughafens stellten sich drängendere Fragen: "Wenn wir länger als ein halbes Jahr nicht in unserem Beruf arbeiten, verlieren wir unsere Lizenz, für die die Agentur für Arbeit pro Person 5000 Euro bezahlt hat", so eine Mitarbeiterin der Firma b.i.g., die am Flughafen für Sicherheitsdienste zuständig ist, "Wie stellen Sie sich also konkret unsere Wiedervermittlung vor?" Hans-Joachim Omlor, Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern und Pirmasens, versprach: "Wir werden uns zeitnah mit ihnen allen in Verbindung setzten, um nach geeigneten Lösungen zu suchen." Die Landesregierung sicherte ebenfalls ihre Hilfe bei der Vermittlung der Beschäftigten zu.