1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Viel weniger Bußgelder, aber mehr Pöbeleien

Viel weniger Bußgelder, aber mehr Pöbeleien

Zweibrücken. Es ist wohl nur ein schwacher Trost für ertappte Verkehrssünder: Mit jedem Bußgeld, das sie bezahlen müssen, verschaffen sie den klammen Kassen der Stadt Zweibrücken ein ganz kleines bisschen Linderung. "Die verhängten Bußgelder fließen in den Haushalt der Stadt Zweibrücken", erklärt Klaus Stefaniak, Leiter des Ordnungsamts

Zweibrücken. Es ist wohl nur ein schwacher Trost für ertappte Verkehrssünder: Mit jedem Bußgeld, das sie bezahlen müssen, verschaffen sie den klammen Kassen der Stadt Zweibrücken ein ganz kleines bisschen Linderung. "Die verhängten Bußgelder fließen in den Haushalt der Stadt Zweibrücken", erklärt Klaus Stefaniak, Leiter des Ordnungsamts. Im vergangenen Jahr verhängte die Stadt Bußgelder in Höhe von 85 000 Euro. Im Jahr zuvor lag dieser Wert mit 166 000 Euro fast doppelt so hoch (siehe Grafik). Der Grund für den massiven Rückgang: "Wir hatten 2010 eine dünne Personaldecke. Es waren nur zwei Politessen unterwegs - und das nur halbtags." Im Vollzugsdienst der Behörde - zu dessen Aufgaben es etwa gehört, abends Streife zu fahren, also polizeiähnliche Aufgaben wahrzunehmen, arbeiteten sieben Kräfte im Schichtdienst für das Ordnungsamt. Die angespannte Personalsituation schlug sich auf die Zahl der verhängten Bußgelder nieder.Bußgelder werden ab einer Höhe von 35 Euro erhoben, beziehungsweise, wenn die Bezahlung eines Verwarnungsgeldes verweigert wird. Bei den Verkehrsverstößen war der häufigste Verstoß das Parken ohne Parkschein gewesen, an zweiter beziehungsweise dritter Stelle lagen Parken im eingeschränkten Halteverbot und Parken auf Gehwegen.

Was Stefaniak sorgt, ist, dass die Politessen und Kräfte im Vollzugsdienst immer häufiger Opfer von Pöbeleien oder gar Attacken werden. "Im vergangenen Jahr haben wir deswegen rund 20 Mal Strafanzeige gestellt", sagt Stefaniak.

Neuerdings ist die Behörde wieder personell verstärkt: Die Politessen wurden Anfang Mai um eine Vollzeitkraft aufgestockt, im Vollzugsdienst sind es nun neun Mitarbeiter.