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Viel Lob für Rosengarten-Totalsperrung zur Corona-Prävention

Nach Kritik von Ohler und Buchholz : Viel Lob für Rosengarten-Totalsperrung zur Corona-Prävention

Bürger zeigen fast ausnahmslos Verständnis für Vorgehen des UBZ. Auch die Stadträte Pohlmann (Grüne) und Lang (FWG) wundern sich über Kritik.

Die harsche Kritik des Zweibrückers Wolfgang Ohler an der Komplett-Schließung des Rosengartens hat auf Facebook für jede Menge Reaktionen gesorgt. Ohler, Ex-Stadtrat und ehemals Richter am Oberlandesgericht, hatte in unserer gestrigen Ausgabe dem UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) vorgeworfen, er verhalte sich „mit Sicherheit rechtswidrig“.

Grünen-Ratsfraktionschef Norbert Pohlmann meldete sich am Montag per E-Mail beim Merkur. Er betont: „Obwohl das Argument, der Garten biete ausreichend Platz, um Abstand zu anderen Besuchern zu halten, nicht ganz von der Hand zu weisen ist, halte ich die Entscheidung des UBZ für richtig.“ Pohlmann, der darauf hinweist, dass er seine persönliche Meinung kundtut (diese sei nicht mit den Mitgliedern seiner Fraktion abgestimmt), merkt an, dass es UBZ und Stadtverwaltung darum gehe, „weitere kontaktreduzierende Maßnahmen“, die die „Ausbreitungsdynamik des Virus“ fördern könnten, zu unterbrechen. Der Biologe wundert sich: „Wer sich, wie der pensionierte Richter Wolfgang Ohler, lebenslang mit der Interpretation von Gesetztestexten beschäftigt hat, mag in einer rasch formulierten Verfügung Unschärfen erkennen. Dass die Umsetzung der Verfügung, die unter anderem zum Schließen des Rosengartens führte, ,mit Sicherheit rechtswidrig’ sei, (...) scheint aber dick aufgetragen.“ Pohlmann merkt ferner an, dass „nicht zufällig Beifall unter anderem von prominenter rechter Seite“ kommt – er zielt ganz offenkundig darauf ab, dass Walter Buchholz (AfD) Ohler in dessen Kritik beisprang.

Auf Facebook waren die Reaktion am Montag, wie bereits bemerkt, groß. Auch hier meldete sich ein Lokalpolitiker zu Wort. FWG-Stadtrat Patrick Lang meinte: „11 000 Tote in Italien, 7300 Tote in Spanien, 2600 Tote in Frankreich, 540 Tote in Deutschland. Selbstverständlich ist es wichtig und richtig, dass der Rosengarten geschlossen ist, auch schon deswegen weil zum großen Teil die Hauptrisikogruppe (Senioren) diesen besucht. Dass man überhaupt darüber diskutiert ist völlig absurd, und sollte schnell ein Ende finden. (...) Über den geschlossenen Rosengarten zu jammern ist abwegig, man sieht hier, die aktuelle Lage ist noch nicht bei allen angekommen.“

Und auch die Bürger, die sich auf Facebook melden, findet fast ausschließlich kritische Worte zu Ohlers und Buchholz’ Äußerungen.

Jutta Lampel meint: „Wenn erstmal die Krankenhäuser in der Region überfüllt sind und sich Todesfälle häufen, dann haben wir ALLE ganz andere Probleme als Spaziergang im Rosengarten.“ Dem schließt sich Patricia Klein an. Georg Dhom wundert sich: „Jetzt haben wir mal gerade eine Woche diese Maßnahmen, und schon fällt manchem die Decke auf den Kopf.“

Jasmin Frary schreibt: „Ich habe auch eine Dauerkarte – aber wäre er geöffnet, würden alle hin strömen und von Abstand hat dann keiner mehr was gehört.“

Stefan Kappel weist darauf hin, dass die Verfügung nicht nur „Freizeitparks“, sondern auch „Angebote von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen)“ verbietet – darunter falle klar der Rosengarten, und deshalb sei es richtig, dass „diese (touristischen) Anlagen gesperrt wurden. Jetzt davon zu sprechen, das sei rechtswidrig, kann ich (...) nicht nachvollziehen, das hake ich unter ,Populismus’ ab.“

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