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Viel Herzblut für Inklusion und Integration

Viel Herzblut für Inklusion und Integration

Weltoffenheit und Toleranz werden bei den Vereinigten Bewegungsspielern Zweibrücken (VBZ) an der Schlachthofstraße großgeschrieben. So engagieren sich die VBZ über die Maßen in den Bereichen Inklusion und Integration.

Die Koordination dieser Arbeiten hat vor drei Jahren Birgit Dawo übernommen. Die Behinderten- und Ausländerbeauftragte des Vereins ist maßgeblich an der Organisation von entsprechenden Veranstaltungen und der Pflege der Kontakte zuständig - insbesondere der Partnerschaft zur Heinrich-Kimmle-Stiftung und zum Zweibrücker Beirat für Migration und Integration.

So finden am 12. September bereits zum dritten Mal die "Ballkontakte" statt. Kinder mit Wurzeln in den verschiedensten Ländern der Welt, mit und ohne Beeinträchtigung, tragen in gemischten Mannschaften ihre eigene Meisterschaft aus. "Sie zeigen, dass der Fußball der beste Weg ist, sich näher kennenzulernen", erklärt Dawo. Deshalb sei es im Grunde auch egal, wer gewinnt. Im Vordergrund stünden der Spaß und die Freude am Spiel.

Auf dem "Boulevard der Nationen" gibt es an diesem Tag ein buntes Bühnenprogramm. Geplant sind Auftritte von Tanzgruppen der VBZ und der VTZ, die zum Mitmachen anregen sollen. Die Auftritte reichen von Stepptanz bis hin zu Zumba. Arabische Tänze versprechen die vielseitigen Tanzgruppen von "Elmiras Orient". Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches kulinarisches Angebot. Am 22. November heißt es dann auch wieder "Fußball vereint". An diesem Tag stehen zwei Fußballspiele mit Beschäftigten der Pirminius-Werkstatt auf dem Programm. Außerdem gibt es einen kleinen Weihnachtsbasar, auf dem Gebasteltes und Gebackenes angeboten wird - vieles gemacht von Mitarbeitern der Werkstatt, deren Träger die Heinrich-Kimmle-Stiftung ist.

Ausgrenzung in jeglicher Form ist bei den VBZ ein Fremdwort, wie auch am vergangenen Wochenende während des Kinderfestes festzustellen war. Ein Junge aus Saarbrücken mit Down-Syndrom fand in Zweibrücken beispielsweise eine Gelegenheit, Fußball zu spielen. Zwei junge Spieler der zweiten Mannschaft stammen aus Georgien. Die eigentliche Integration der beiden übernehme selbstverständlich der Trainer. Doch müssten auch die Rahmenbedingungen stimmen, sagt Dawo. Helfende Hände seien hierfür bei den VBZ jede Menge vorhanden. Auch wenn es um geeignete Schuhe oder Kleidung geht, versuche der Verein, eine Lösung zu finden. Wichtig sei allerdings, dass die jungen Menschen schnell Deutsch lernen. So sei die Sprache ein elementarer Teil der Integration, wie Winfried Stark betont, der die Mannschaft VB United ins Leben gerufen hat. Dabei handelt es sich um ein Team, das zu besonderen Anlässen oder Freizeitturnieren antritt und in dem inzwischen auch Kriegsflüchtlinge mitspielen.

Inklusion und Integration gelingen aber nur mit ganz viel Herzblut. "Wir setzen dabei auf Nachhaltigkeit", macht Stark deutlich, dass die Menschen den VBZ als ihre Heimat betrachten könnten und die öffentlichen Kontakte auf Dauer angelegt seien. So nimmt die VBZ auch am Zweibrücker Begegnungsfest teil, wo die Besucher sich zuletzt an der Torwand versuchen konnten.