1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Viel Ärger über höhere Gebühren

Viel Ärger über höhere Gebühren

Dass Kunden der Sparkasse Südwestpfalz ab 1. Juni stärker zur Kasse gebeten werden, kommt bei der Netzgemeinde nicht gut an. Allerdings bezweifeln einige Facebook-Nutzer, dass ein Wechsel des Geldinstituts etwas bringt. Andere haben auch Verständnis für die Erhöhung der Gebühren.

Einen Sturm der Entrüstung hat die deutliche Gebührenerhöhung der Sparkasse Südwestpfalz (wir berichteten) auf der Internetplattform Facebook geerntet. Allerdings gab es auch vereinzelte Stimmen, die Verständnis für die Reaktion des Geldinstituts auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigen. So schreibt etwa Patrick Lang auf der Facebook-Seite des Pfälzischen Merkur: "Das ‚Zinsgeschäft', die Haupteinnahmequelle der Banken und Sparkassen brach nahezu weg. Das dicke ‚Speckpolster' der Institute wird immer mehr aufgebraucht. Ich kann daher als ordentlich handelnder Kaufmann die Maßnahmen der Sparkasse nachvollziehen."

Die überwiegende Mehrheit der Facebook-Nutzer, die sich auf der Merkur-Seite an der Diskussion beteiligen, sieht die Gebührenerhöhung allerdings sehr kritisch: Eine "pure Frechheit" sei diese, schreibt etwa Iris Omlor und fügt hinzu: "Ich hoffe, jeder wechselt". In die gleiche Kerbe schlägt neben vielen anderen auch Gabriele Tischer: "Wer jetzt noch bei der Sparkasse bleibt, ist selber schuld oder hat Geld zu viel!" Tanja Kampmann ärgert sich auch über die neue Gebührenstruktur, die etwa beinhaltet, dass Überweisungen am Selbstbedienungsautomat künftig jeweils 50 Cent kosten, Papier-Überweisungen sogar einen Euro und Online-Überweisungen immer noch fünf Cent: "Preiserhöhung der Grundgebühr könnte ich ja noch verstehen, aber soviel Erhöhungen durchs Hintertürchen für jede Transaktion, das ist eindeutig zuviel. Und Online-Banking ist mir persönlich noch immer nicht sicher genug, und viele ältere Kunden wollen das auch nicht. Gerade die werden regelrecht abgezockt."

Ob ein Wechsel zu einer anderen Bank allerdings etwas bringt, bezweifeln einige Nutzer: "Das, was die Sparkassen machen, ist kein Einzelfall, das machen dieses Jahr viele Banken", schreibt Uwe Roeder. Und auch Sabrina Glas meint: "Ob Bankwechsel was nützt? Andere werden nachziehen."

Daniela Oberer, nach eigenen Angaben selbst Mitarbeiterin der Sparkasse Südwestpfalz, nimmt ihren Arbeitgeber in Schutz: "Service kostet Geld. Seit 14 Jahren wurde die Gebühr nicht erhöht. Im Vergleich im Umkreis waren wir immer die günstigsten." Auch jetzt seien andere Geldinstitute im Umkreis ähnlich teuer. Dem widersprechen andere Nutzer, die darauf hinweisen, dass man anderswo keine ohne niedrigere Gebühren bezahlt.

Auch zum von Daniela Oberer angesprochenen Thema Service gab es kritische Anmerkungen: "Erst Filialen schließen und dann abkassieren. . . Frechheit!" schreibt etwa Michael Sonntag. Und Alek Sander beschwert sich darüber, dass man "nur in der Warteschlange landet, egal, zu welcher Zeit man anruft. Soviel zum Service. . ."