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Vergleichsweise wenig Angriffe auf Polizisten

Vergleichsweise wenig Angriffe auf Polizisten

Beleidigungen, Bedrohungen, körperliche Gewalt: Übergriffe gegen Polizisten haben bundesweit zugenommen. Zweibrücken ist da ein relativ ruhiges Pflaster – vor allem, wenn man dagegen die Nachbarstadt Pirmasens sieht.

Gewalttaten gegen Polizisten sind in Zweibrücken ein deutlich geringeres Problem als in der Nachbarstadt Pirmasens. Das geht aus Zahlen der dortigen Polizeidirektion hervor. Berücksichtigt man die Einwohnerzahl, liegt der Bereich der Polizeiinspektion (PI) Zweibrücken (umfasst auch Zweibrücken-Land) mit elf solcher Delikte im Jahr 2014 unter dem Landesschnitt und sogar deutlich unter dem Bundesschnitt. Im nur etwas größeren Bereich der PI Pirmasens (umfasst auch die VG Pirmasens-Land, die Stadt Rodalben sowie die Ortsgemeinde Münchweiler) sind im vergangenen Jahr dagegen 36 Gewalttaten gegen Polizisten verübt worden. "Milieubedingt" seien diese Unterschiede, sagt der Sprecher der Polizeidirektion Pirmasens, Martin Semar. Das Klientel in Zweibrücken sei ein anderes.

Doch was genau fällt eigentlich unter "Gewalt gegen Polizisten ?" In seinem Lagebild 2014 führt das Bundeskriminalamt acht verschiedene Delikte auf: Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte, Bedrohung, Nötigung, vorsätzliche einfache Körperverletzung , gefährliche und schwere Körperverletzung , Raubdelikte, Totschlag und Mord. Bundesweit sind diese Taten gegen Polizisten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2013 um fünf Prozent auf 33 705 gestiegen (41,7 pro 100 000 Einwohner). 62 800 Polizisten (plus 6,3 Prozent) wurden Opfer einer der genannten Straftaten (wir berichteten).

"Der Respekt gegenüber Polizisten lässt nach", konstatiert Semar. Auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der Feuerwehr oder Sanitäter würden vermehrt angegangen. Und wie wirkt sich das aus? Zum Teil würden Platzverweise einfach nicht befolgt, nennt der Polizeisprecher ein vergleichsweise harmloses Beispiel. Zum Teil schlägt die Missachtung aber auch in rohe Gewalt um: "Da wird getreten, gebissen und geschlagen", schildert Semar die Exzesse gegen die Ordnungshüter. Der Sprecher legt zwar Wert darauf, dass ein mündiger Bürger Maßnahmen der Polizei auch einmal kritisch sehen darf. "Aber er verhält sich friedlich."

Das ist aber auch in Rheinland-Pfalz längst nicht immer der Fall: 2869 Polizisten wurden 2014 Opfer von Gewalttaten. Die Zahl der Fälle, in denen (zum Teil auch mehrere) Polizisten im Zusammenhang mit ihrer Dienstausübung Opfer wurden, stieg von 32,6 pro 100 000 Einwohner auf 33,7 (insgesamt 1345 Fälle). Im Bereich der PI Zweibrücken ist die Fallzahl von 15 im Jahre 2013 auf elf (21,82 Fälle pro 100 000 Einwohner) zurückgegangen, lag aber immer noch über dem Wert von 2012 (acht Fälle).

Und wie wehrt sich die Polizei gegen Gewalt ? Ebenfalls mit Gewalt - allerdings möglichst in begrenztem Umfang, betont Semar. Vor allem werde auf spezielle Griffe, Pfefferspray, Tränengas oder Handschellen zurückgegriffen. "Den Schlagstock setzen wir sehr selten ein", sagt der Sprecher. Von der Schusswaffe ganz zu schweigen, die in den vergangenen Jahren im Bereich der Polizeidirektion Pirmasens überhaupt nicht eingesetzt wurde.