Verein „Zukunft zusammen“ : Austausch und Kulinarik auf dem Herzogplatz

Der Verein „Zukunft zusammen“ veranstaltete in Zweibrücken ein gemeinsames Fastenbrechen – für rund 140 Menschen aus aller Herren Länder.

Gegen 21 Uhr dämmerte es langsam auf dem Herzogplatz in Zweibrücken. Ein Geruch nach Gewürzen und Speisen lag in der Luft und die Menschen, die sich an diesem Abend zusammengefunden hatten, wurden langsam unruhig. „Elke, wir müssen gleich essen“, rief jemand von weitem Elke Hilgert zu, die an diesem Abend das große Beisammensein mit ihrem Team organisierte. Diese nickte wissend. Kein Wunder, seit beinahe 17 Stunden hatten die Meisten nichts mehr gegessen, denn es ist Fastenzeit bei den Menschen muslimischen Glaubens.

Das zusammengetragene Büfett wuchs unterdessen immer mehr an, und schon bald war auf den Tischen kein Platz mehr. Deftiges und Süßes wurde in vielen Variationen aufgedeckt – und um 21.22 Uhr deutscher Zeit war es dann endlich soweit. Das gemeinsame Fastenbrechen durfte beginnen.

Vor drei Jahren wurde durch den Verein „Zukunft zusammen“ die Idee geboren, ein gemeinsames Fastenbrechen zu veranstalten, nachdem Elke Hilgert im sozialen Netzwerk auf einen Beitrag stieß, wo die Menschen die Tische jeden Abend nach draußen verfrachteten und gemeinsam nach Sonnenuntergang speisten. „Das wollte ich auch“, erinnert sie sich und rief damals alle Interessierten auf, mitzumachen. Das kam gut an und so stellt der Verein diese Veranstaltung mittlerweile einmal im Jahr auf die Beine, mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass auch Nicht-Muslime daran teilnehmen und es ein großes Beisammensein gibt.

Das große Beisammensein wurde auch an diesem Abend erreicht. Etwa 140 Erwachsene und Kinder nahmen Platz an der langen Tafel auf dem Herzogplatz und tauschten sich bei angeregten Gesprächen miteinander aus. Und gerade die Herkunft aus aller Herren Länder, wie Palästina, Irak, Afghanistan, Syrien, Afrika, Frankreich oder auch Chile, machte es spannend, miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Wir mögen es, weil wir uns ein bisschen wie Zuhause fühlen“, erklärte Abeir Alkalzi, die aus Syrien stammt und zuletzt zwei Jahre in Dubai lebte. Schön findet sie daran auch das Zusammensein, „Und ich mag, dass unsere Kultur gezeigt wird und wir neue Freundschaften finden.“

Die Fastenzeit ist dennoch eine Herausforderung für die Menschen. „Das ist schwierig“, erklärte Benar Bemal. Und Yekeki Hussien ergänzte: „17 Stunden kann man nichts essen und nichts trinken.“ Einzig gesundheitliche Gründe erlauben ein früheres Fastenbrechen. Dafür wird allerdings ein Strafgeld fällig, wie der aus dem Irak stammende Mann erklärte. Die lange Dauer liegt allerdings auch an der deutschen Zeit, in Syrien beispielsweise geht bereits um fünf Uhr die Sonne unter, dann darf bereits gegessen und getrunken werden.

Nach dem ersten Hungerstillen wurde die Stimmung schließlich noch gelassener und der Abend durfte noch lange gemeinsam ausgeklungen werden.

Auch für den Verein „Zukunft gemeinsam“ war das wieder ein schönes Erlebnis. Mit nur etwa zehn Engagierten kümmern sie sich seit Jahren um Flüchtlinge. Nachdem die Zuzugswelle abebbte, wollten sie allerdings nicht aufhören, ganz im Gegenteil, schließlich ging es nun darum, die Menschen zu integrieren.

„Die Idee war auch, dass sie das Deutsch, das sie im Sprachunterricht lernen, auch anwenden“, erklärte Elke Hilgert. Darum richtete der Verein unter anderem ein Sprachcafé ein, das jeden Mittwoch in der Maxstraße stattfindet.

www-zukunft-zusammen.de