Verein „Herz für Mensch und Tier“ in Ernstweiler Kinder lieben den Seelenhof

Zweibrücken · Der Verein „Herz für Mensch und Tier“ veranstaltete seinen Weihnachtsmarkt. Die Einnahmen fließen natürlich in den Unterhalt der Seelenhoftiere.

 Hofherrin Doris Kreitner (Mitte) brachte den Tieren Brötchen als kleine Leckerei mit.

Hofherrin Doris Kreitner (Mitte) brachte den Tieren Brötchen als kleine Leckerei mit.

Foto: Susanne Lilischkis

Festlich geschmückt präsentierte sich das Gelände des Seelenhofes in Ernstweiler am vergangenen Wochenende. Der Verein „Herz für Mensch und Tier“ hatte zum Weihnachtsmarkt eingeladen. „Dieses Jahr wollen wir euch hautnahen Kontakt mit allen Seelenhoftieren ermöglichen und deshalb zu späterer, dennoch gemütlicher Zeit mit vielen Lichtern und fröhlicher Stimmung mit euch feiern“, versprachen die Veranstalter.

Es gab veganes Essen und heißen Glühwein für Groß und Klein. Stimmungsvolle Lichterketten beleuchteten die Tische mit Weihnachtsdekoration und Plätzchen. Die Einnahmen fließen natürlich in den Unterhalt der Seelenhoftiere. Dies sind Pferde und Ponys, denen ein zweites Leben geschenkt wird, neben Schafen aus der Lammschlachtung und aus dem Tierschutz stammenden Ziegen, Hühnern, Hunden. Es gibt auf dem Hof sogar ein Wildschwein, das den Abend schlafend im Stroh verbrachte und nur ab und zu durch ein Grunzen auf sich aufmerksam machte.

Hofherrin Doris Kreitner musste zuerst die Pferde von der Weide holen und in den Stall bringen, bevor sie sich ihren Gästen widmen konnte. Die Tiere gehen vor auf dem Seelenhof. Viele haben ein schlimmes Schicksal hinter sich, so wie der riesige Marty, ein Pferd, das ehemals zur Dressur auserkoren war. Daraus wurde jedoch nichts, denn der Tierarzt stellte einen Schaden an Martys Halswirbelsäule fest. So wurde er verkauft. „Leider an jemanden, den man beim Veterinäramt in Bad Dürkheim sehr gut kennt und der schon oft negativ aufgefallen ist“, erzählte Doris Kreitner. Der Käufer von Marty hortete Tiere, ohne sich weiter um sie zu kümmern. Und so stand das große, stolze Pferd mit anderen Leidensgenossen auf einer Weide, ohne Futter, nur mit Wasser versorgt durch Nachbarn, die schließlich Anzeige erstatteten. Völlig abgemagert kam Marty zur Auktion. „Das haben Mädchen gesehen, die Marty noch aus ihrem früheren Stall kannten“, erinnerte sich Doris Kreitner, „die haben ihr ganzes Geld zusammengelegt und Spenden eingesammelt. Mit 4000 Euro fuhren sie zur Auktion. Als das Gebot bei 3800 Euro stand und die Bieter weitere Angebote machen wollten, begannen die Mädchen furchtbar zu weinen. Da haben alle Bieter ihr Angebot eingestellt und die Mädchen haben mir Marty zur Pflege übergeben. Er liebt Kinder und kann gar nicht genug davon kriegen, von kleinen Händen gestreichelt zu werden.“ Das beruht auf Gegenseitigkeit. Denn viele Kinder lieben den Seelenhof und die dort lebenden Tiere.

Wenn man die Facebook-Seite des Vereins aufruft, kann man viele der Schicksale nachlesen, die von den Seelenhof-Tieren mitgebracht werden. Doch warme Worte machen die Tiere nicht satt und so ist der Verein auf Spenden angewiesen.

 Pfarrerin Heide Salm hatte beim Weihnachtsmarkt neben einer Spende auch Leckereien für die Pferde dabei.

Pfarrerin Heide Salm hatte beim Weihnachtsmarkt neben einer Spende auch Leckereien für die Pferde dabei.

Foto: Susanne Lilischkis

Pfarrerin Heide Salm von der protestantischen Kirche Einöd-Ingweiler und Presbyterin Bruni Brünnler waren zum Weihnachtsmarkt gekommen, um dem Verein eine Spende von 150 Euro zu übergeben. Sie ist das Ergebnis der Kollekte des Sonntags-Gottesdienstes mit Tiersegnung. Auch die von ihnen mitgebrachten Möhren und Äpfel wurden von den Pferden sofort mit Genuss verspeist.

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