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Verbandsgemeinderat Zweibrücken Land: Gasheizung für Grundschule Hornbach

VG-Rat Zweibrücken Land entscheidet über Problem in Hornbach : Gas- statt Holz-Heizung für Grundschule

Auch Die Grünen ließen sich nach anfänglicher Skepsis im Verbandsgemeinderat überzeugen, dass im besonderen Hornbacher Fall die „grüne“ Variante nicht die beste ist.

Bis zur neuen Heizperiode wird die Grundschule Hornbach komplett eine neue Heizung haben. Der Heizungsstörfall trat im Februar dieses Jahres ein. Seither wird ein Teil der Schüler in der Pirminiushalle unterrichtet. Das Ingenieurbüro InTechA GmbH aus St. Ingbert ist mir der Planung zur Heizungssanierung betraut worden. Drei Alternativen zeigte dem Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land am Donnerstagabend Dipl.-Ing. Bernhard H. Anna auf. Nach langem Abwägen, trotz subtropischer Hitze im Bechhofer Dorfgemeinschaftshaus, gab es eine geschlossene Mehrheit für die Gas-Hybridheizung – vor der Pelletkesselanlage.

Das später mit der Sanierungsplanung beauftragte Büro wurde bereits bei der Vorstellung der in kürzester Zeit ausgearbeiteten Heizalternativen den Vorschusslorbeeren gerecht, die Verbandsbürgermeister Björn Bernhard (CDU) in seinen einleitenden Worten nicht unerwähnt ließ.

Gleich auf der Strecke blieb ein neues Heizsystem mit Elektrowärmepumpen. Ein großes Handicap: Der vorhandene Stromanschluss ist nicht ausreichend, um eine Heizung mit Elektro-Wärmepumpen zu betreiben. Zudem zeigte Geschäftsführer Bernhard H. Anna von InTechA auf, das die Energieeffizienz im Vergleich zu den anderen Heizvarianten Nachteile hat.

Zwischen der Gas-Hybridheizung und einer Pelletkesselanlage mussten sich die Ratsmitglieder somit entscheiden. Nach den erklärenden Eingangsworten des Verbandsbürgermeisters ließ Grünen-Fraktionssprecher Fred Konrad anklingen, dass eine ökologische Holzpellet-Heizung eigentlich ganz im Sinne seiner Fraktion sei und entsprechende Festschreibungen auch der Koalitionsvertrag mit der SPD und FDP beinhalte. Aber, man sei in der Frage durchaus „beweglich“. Konrad deutete die Möglichkeit einer kurzen Sitzungsunterbrechung an, doch das bedurfte es nach den sehr konstruktiven Erläuterungen des Büros dann doch nicht. Der Nutzung von Erdgas steht in Hornbach damit nichts im Wege, die vorgeschlagene Gas-Hybridheizung mit zwei von Gas betriebenen Gasabsorptions-Wärmepumpen als Kaskade eingebaut gibt die entsprechend Sicherheit. Wie in allen drei Fällen soll zudem mit vier Solarkollektoren warmes Brauchwasser für die Schule bereitgestellt werden.

Entscheidende Minuspunkte für Holzpellets war der zusätzliche Bau eines Pelletlagers von mindestens 51 Kubikmetern. In dieses passen nach den Angaben der Planer rund 25 Tonnen an Pellets rein, insgesamt wird der Jahresverbrauch für die Schulheizung von 120 Tonnen im Jahr angegeben. Die Gesamtkosten würden sich dadurch um rund 100 000 Euro erhöhen, rechnete Bernhard H. Anna schlüssig vor – räumte dabei allerdings auch ein, dass bei der Heizkostenvergleichsrechnung bei einer realistischen Nutzungsdauer von 15 Jahren die Pelletheizung nach gegenwärtigen Kosten eine Ersparnis von rund 30 000 Euro ergäbe.

Fred Konrad fand die Präsentation einfach super nachvollziehbar und wollte wissen, wie es um Fördermittel steht. Die werden bei Gas und Pellets mit 35 Prozent gewährt, allerdings immer nur dann, wenn die Hybridkessel zum Einbau kommen. Für den Erstgen Beigeordneten David Betz (SPD) wäre die CO2-Ersparnis eine Entscheidungshilfe gewesen, doch diese Frage war in der Sitzung nicht zu klären. Eine Deckenstrahlheizung brachte Fred Konrad noch ins Gespräch.

Für Reinhold Hohn (FDP) sind die Honorarkosten zunächst nicht schlüssig gewesen, nach mehrmaligem Hinterfragen von Hohn gab es ein Aufdröseln der Kosten, vor allem wie es zu den möglichen 80 000 Euro Ingenieurkosten kommen kann.

Für Klaus Martin Weber (CDU) ist das Ringen um die beste und wirtschaftlichste Lösung ein besonderes Zeichen gewesen, die CDU-Fraktion plädierte für Gas und noch vor der Abstimmungen meinte Weber: „Ich bin auf den Rat stolz.“

Dass die neue Gas-Heizung einen „grünen Schuh“ (Bernhard H. Anna) bekommt, ist für Fred Konrad ein Aspekt gewesen, mit einem tränenden Auge der Gas-Heizung zuzustimmen.

„Alle Vorteil in einem System zu vereinen geht nicht“, meinte Achim Scherer von der SPD. Mit der Entscheidung für Gas sei eine funktionelle Lösung auch auf weitere Sicht gefunden. Ihm ist insbesondere wichtig, dass schnellstmöglich alle Kinder wieder in der Hieronymus-Bock-Grundschule unterrichtet werden können – und das sei bei der Gas-Heizung möglich.

Auf diese gegenwärtige Notsituation ging auch Volker Schmitt von der FDP näher ein und lenkte zudem den Blick auf mehr als 15 Jahre in Sachen Heizungstechnik. Dieser Betrachtung schloss sich zudem Bernd Kipp für die Freien Wähler an, nicht ohne anzumerken das Pellets sicher eine Alternative gewesen wäre, wenn es nicht die besonderen Begleitumstände gebe.

Bei Stimmenthaltung von Reinhold Hohn (FDP) wurde der Planungsauftrag an das Büro InTechA erteilt: Es wird künftig eine Gas-Hybridheizung in der Grundschule Hornbach geben.