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Die Zweibrücker Wirte und Corona: Veranstalter sind besorgt, Gastronomen noch entspannt

Die Zweibrücker Wirte und Corona : Veranstalter sind besorgt, Gastronomen noch entspannt

Die Coronakrise betrifft die gesamte Gesellschaft. Schulen und Kitas sind seit Montag geschlossen, öffentliche Veranstaltungen sind abgesagt und sogar Grenzen werden wieder kontrolliert. Doch wie wirkt sich die Pandemie auf die eigentlich so krisenfeste Gastronomie aus?

Während das Saarland Clubs und Discotheken bereits geschlossen sind, gilt in Rheinland-Pfalz bisher lediglich, dass Veranstaltungen mit mehr als 75 Teilnehmern ausfallen müssen.

Besonders hart hiervon betroffen ist Thorsten Albrecht, Betreiber der ACH-Eventhalle am Flugplatz. Die Absage der geplanten Konzerte sei zwar verständlich, jedoch müsse die Regierung der Branche finanziell unter die Arme greifen. „Es ist noch nicht abzusehen, wie lange sich die Sache zieht, über Monate hinweg ist das für uns aber nicht ohne Hilfe zu stemmen“, sagt er deutlich. Gerade für die Eventbranche sieht Albrecht „katastrophale Folgen“. Letztlich könne man momentan aber nur abwarten und das Beste hoffen.

Entspannter geht Peter Rohr vom Gasthaus Sutter an die Sache heran. Solange es keine behördliche Anordnung gibt oder die Lage sich grundlegend verändert, lässt er seine Kneipe geöffnet. Zumindest am Freitag war von Panik oder Angst vor dem Virus noch nichts zu spüren und die Zweibrücker Kultkneipe war gut besucht.

Bis zum Wochenende zeigten sich auch im italienischen Restaurant Per Tutti noch kaum Auswirkungen der Coronakrise. „Wir hatten zwar einige Absagen, aber die kamen größtenteils von französischen Gästen“, sagt Koch Sascha Sefrin. Das angrenzende Lothringen gilt bereits seit vergangener Woche als Risikogebiet. Auch im Per Tutti wird vorerst der normale Betrieb aufrecht erhalten, Sefrin sieht aber auch kommen, dass die Menschen „die Gastronomie meiden“ werden.

Kristin Hartmann, Inhaberin der Timeless Diner Bar am Zweibrücker Schloss versucht, proaktiv an die Krise heranzugehen. „Wir müssen jeden Tag neu entscheiden, wie wir weitermachen“, sagt sie. Bis zum Wochenende habe man zwar noch nicht bemerkt, dass die Gäste in Scharen wegbleiben, aber für den Fall der Fälle wolle das Timeless kreative Wege finden, um weiterhin im Geschäft zu bleiben. „Wir wollten eigentlich unseren Imbisswagen für dieses Jahr einweihen, das verschiebt sich jetzt wohl“, erklärt sie. Stattdessen denke man darüber nach, Essen auszuliefern, damit die Menschen nicht mehr selbst in den Laden kommen müssten.

Eines ist indes sicher: sollte sich Rheinland-Pfalz dazu entschließen, jegliche Gastronomiebetriebe auf unbestimmte Zeit zu schließen, kommen auf die Betreiber und ihre Angestellten harte Zeiten zu.