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Uwe Schlote plant "Therapiezentrum Villa Bickenalb" in Zweibrücken: Keine Konkurrenz zu Parkklinik Hornbach

Psychosomatische Tagesklinik in Ex-Altenheim „Haus Bickenalb“ soll mit „Parkklinik Hornbach“ kooperieren, nicht konkurrieren : Haus Bickenalb soll Therapiezentrum werden

Birkhausen-Sanierer Uwe Schlote plant in dem einstigen Altenheim eine psychosomatische Tagesklinik. Die jeweiligen Investoren betonen: Keine Konkurrenz, sondern koordinierte Ergänzung zu dem „Parkklinik“-Projekt in Hornbach.

Für eine seit März 2016 leerstehende architektonische Perle Zweibrückens zeichnet sich eine neue Nutzung ab. Der Stadtrat hat im nichtöffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung den Verkauf des ehemaligen Altenheims (Betreiber war der Landesverein für Innere Mission, LVIM) an einen Investor beschlossen. „Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, den notariellen Kaufvertrag zu unterzeichnen“, sagte Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) auf Merkur-Anfrage.

Der Kauf-Interessent ist ein in der Region bereits bekanntes und erfolgreiches Gesicht: Der deutschlandweit tätige Blieskasteler Immobilien-Entwickler Uwe Schlote hat bereits das Gestüt Birkhausen mit erheblichen Investitionen aus dem Dornröschenschlaf geweckt, seitdem er es im Herbst 2016 gekauft hatte. Schlote erklärte auf Merkur-Anfrage, er plane dort unter dem Titel „Therapiezentrum Villa Bickenalb“ eine psychosomatische Tagesklinik. Schlote betonte, dass zwar alles nach Plan laufe, aber die Unterschrift unter den notariellen Kaufvertrag noch ausstehen. Zudem gebe es wie üblich ein Rücktrittsrecht, sollten seine Pläne wider Erwarten an baurechtlichen Problemen scheitern. Aufgrund der früheren Pflege-Nutzung sei aber kein neuer Bebauungsplan erforderlich, bestätigte auch Wosnitza.

Die Kaufsumme betrage knapp 500 000 Euro, sagte Schlote. Dazu plane er in dem vor etwa 250 Jahren als Schleifmühle gebauten Gebäude (Gesamtnutzfläche: 1500 Quadratmeter) Investitionen von etwa zwei Millionen Euro, insbesondere für Entkernung und Brandschutz. Dafür arbeite er mit dem Zweibrücker Architekten Martin Grub zusammen.

Martin Grub – der ist doch auch als Geschäftsführer in der „Parkklinik Hornbach Entwicklungs GmbH“ tätig, die auf dem Oberbeiwalderhof nur zwei Orte weiter in Hornbach ebenfalls eine psychosomatische Tagesklinik plant, von der man aber lange nichts Neues mehr gehört hat? Doch das Projekt in Hornbach steht weder auf der Kippe noch befürchten die jeweiligen Investoren Konkurrenz, ergaben am Dienstag und Mittwoch Merkur-Anfragen bei beiden Seiten. Im Gegenteil: Die Projekte sollen sich gegenseitig ergänzen, ja es gibt sogar personelle Überschneidungen. Grub verwies für Auskünfte auf seinen Mit-Geschäftsführer Thomas Schiwek. Der erklärte, übereinstimmend wie kurz darauf Schlote, zwar gehe es beide Projekten um psychosomatische Behandlungen – aber das Konzept sei völlig unterschiedlich: Während in der Hornbacher Parkklinik wochenlange stationäre Aufenthalte angeboten werden sollen, gehe es in der Bickenalb um eine Tagesklinik. Weil Schlote damit rechnet, dass die meisten Patienten von außerhalb Zweibrücken kommen, plane er aber auch etwa fünf bis sieben Übernachtungsmöglichkeiten. Parkklinik-Investor Schiwek hat gemeinsam mit Schlote sogar ein erstes Grob-Konzept für die Bickenalb erstellt und vor einiger Zeit sogar zusammen mit ihm im Zweibrücker Stadtrat vorgestellt. Allerdings sei die Bickenalb nicht sein, sondern Schlotes Projekt, erläuterte Schiwek, dass sie bislang in nur lockerem Kontakt stünden. „Aber wir hätten natürlich ein großes Interesse daran, wenn Leistungen, die wir als Parkklinik nicht abbilden können, in einer Tagesklinik in der Nähe angeboten werden.“ (Siehe Bericht Seite 8)

Wie auch in Hornbach ist in der Bickenalb eine Privatklinik geplant, sodass eine Aufnahme in den Landeskrankenhausplan nicht erforderlich ist.

„Der Schwerpunkt des therapeutischen Zentrums Bickenalb soll auf der integrativen Behandlung von psychischen Störungen sowie auf der Prävention dieser liegen“, erläutert Schlote: „Zur Stabilisierung und Erhaltung der psychischen Gesundheit möchten wir ein breites und für jeden Menschen individuell abgestimmtes Angebot von Seminaren, Coachings und Therapien anbieten.“ Schlote rechnet damit, dass dafür in der Villa Bickenalb etwa 20 bis 25 Vollzeit-Arbeitsplätze entstehen (die externen Reinigungskräfte nicht eingerechnet). Geplant sei „eine klosterähnliche Atmosphäre“, so seien in den Zimmern auch weder Fernseher noch W-Lan geplant, „damit unsere Patienten sich komplett vom Alltagsstress entkoppeln können“. Zwei ganz ähnliche psychosomatische Tageskliniken habe er mit seinem Firmenverbund bereits erfolgreich in Magdeburg und Köln entwickelt.

In der Bickenalb plant Schlote aber eine Besonderheit – nämlich therapeutisches Reiten („zum Beispiel für schwerstbehinderte Kinder“) in Kooperation mit seinem nur vier Fahrtkilometer entfernten Gestüt Birkhausen. Die erfolgreiche Entwicklung dort sei wohl auch für die Stadt mitentscheidend gewesen, dass sie ihm statt anderen Interessenten den Zuschlag für den Verkauf der Bickenalb gegeben habe.

                      > Weiterer Bericht: Seite 8