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Zweibrücken: Unterwegs auf Gutenbergs Spuren

Zweibrücken : Unterwegs auf Gutenbergs Spuren

Achtklässler des Helmholtz-Gymnasiums besichtigten gestern das Zweibrücker Erlebnis-Druckmuseum.

Wenn Kurt Werle von seinem Beruf als gelernter Schriftsetzer erzählt, dann ist ihm die Leidenschaft anzumerken. Davon durften sich gestern auch Schüler der achten Klasse des Helmholtz-Gymnasiums überzeugen, die im Rahmen der Helmholtzer Thementage „Gutenbergs 1. Medien-Revolution“ dem Erlebnis-Druckmuseum einen Besuch abstatteten. Dort drinnen, wie Werle erklärte, befand sich zu Beginn übrigens auch der Pfälzische Merkur. Inmitten von Büchern und Druckerzubehör erfuhren die Schüler von Kurt Werle die Entwicklung des Buch- und Zeitungsdrucks. „Der Buchdruck ist eine der größten Erfindungen, die die Menschheit erfahren hat“, erklärte er und zeigte an einer Liste, dass er sich unter den zehn wichtigsten Erfindungen aller Zeiten auf Platz zwei befindet. Zu verdanken ist dies Gutenberg, der damit den Zugang zur Bildung für alle Menschen schuf.

Kurt Werle nahm die Schüler bei seinen Erklärungen mit auf eine Zeitreise, zeigte etwa, welch filigrane und handwerkliche Arbeit es war, eine Zeitungsseite mit winzig kleinen Bleibuchstaben zu setzen und erklärte die Weiterentwicklung zum Offsetdruck, der auf der Basis der Fotografie beruht. Auch alte Druckerpressen oder ein Epigraph (eine Druckmaschine für den Handbetrieb, etwa zum Bedrucken von Weinetiketten) konnten vor Ort bestaunt werden. Doch am meisten lernt man immer noch, wenn man es selbst ausprobieren darf, und so durften die Schüler ihre ganz persönliche Erinnerungsurkunde drucken und ins Heiligste der ehemaligen Druckerei vordringen: die alte Druckwerkstatt. Carolin Semar probierte sich als Erste an ihrem Namenszug aus, den sie mit Pinzette und spiegelverkehrt setzen durfte. Danach spannte Kurt Werle den Schriftzug in den vorbereiteten Drucksatz ein und bearbeitete ihn mit der Farbwalze. Das gedruckte Ergebnis beeindruckte die Schülerin: „Das Ergebnis ist sehr schön, finde ich. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass es so aufwendig ist.“