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Frauen sollen Priester werden dürfen: Unterschriftensammlung für geschlechtergerechte Kirche

Frauen sollen Priester werden dürfen : Unterschriftensammlung für geschlechtergerechte Kirche

(cvw) „Eine Kirche mit Frauen als Priesterinnen wäre eine bessere Kirche!“ Davon sind die Frauen der Zweibrücker kfd überzeugt. „Deshalb beteiligen wir uns an dieser Aktion und sammeln Unterschriften, denn „ohne Reformen wird die katholische Kirche keine Zukunft haben.

Dies trifft besonders auf die Kirche in Deutschland zu!“ Die kfd-Vorsitzende und pensionierte Lehrerin Maria Rimbrecht bestätigt, was viele denken: „Die Alleinherrschaft der Männer muss ein Ende haben!“ Der Bundesverband katholischer Frauen mit seinen 450 000 Mitgliedern will es nicht mehr hinnehmen, dass Frauen von Leitungsfunktionen, Diensten und Ämtern ausgeschlossen sind - und zwar nur, weil sie Frauen sind. Deshalb hat die Bundesversammlung in Mainz am 21. Juni 2019 einstimmig die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern in der katholischen Kirche gefordert. Maria Rimbrecht fragt stellvertretend: „Wissen die Männer in Rom zum Beispiel, wie Frauen sind, welche Kompetenzen sie haben – sie kennen sie doch nicht, haben sich nicht mit ihnen auseinandergesetzt.“ Bei dem Ausschluss der Frauen aus den Kirchenämtern gehe es vor allem um Macht. Die Kirche dulde ja durchaus Frauen, die „vor allem unentgeltliche Ehrenamtsarbeit leisten!“, moniert die Pädagogin erbost. „Wir wollen eine Kirche, die Frauen nicht ausschließt“, fordern die Initiatorinnen dieser Aktion in Zweibrücken, Maria Rimbrecht und Renate Stürmer.

In vielen christlichen Kirchen würden die spirituellen Kompetenzen von Frauen geschätzt. Warum nicht in der katholischen Kirche? Ein weiterer Aspekt ist den Frauen sehr wichtig: In unserer demokratischen Gesellschaft sind Frauen und Männer nach dem Grundgesetz gleichberechtigt, deshalb widerspreche der Ausschluss von Frauen in Ämtern der Kirche unserer Gesellschaftsordnung.

Vergessen werden dürfe auch nicht der Priestermangel, weshalb immer mehr Gemeinden zusammengelegt werden müssten. Da scheine es wenig sinnvoll, Frauen vom Priesteramt auszuschließen. Die kfd betont, wie schmerzvoll es für Seelsorgerinnen ist, keine Sakramente spenden zu dürfen. Der Ruf der katholischen Kirche habe durch die Missbrauchsfälle zu Recht sehr gelitten. Maria Rimbrecht betont: „Die Kirche braucht grundlegende Reformen, die Deutsche Bischofskonferenz muss sie sehr ernst nehmen. Das muss jetzt in Gang gebracht werden.“ Es geht neben der Position der Frauen auch um den Zölibat, also die Ehelosigkeit von Priestern, die kirchliche Sexualmoral und um den Umgang der Kirche mit Macht. Bereits viele Menschen haben das Anliegen der kfd-Frauen mit ihrer Unterschrift unterstützt. Schützenhilfe erhalten die Zweibrücker Katholikinnen unter anderem von ihrem Pfarrer Wolfgang Emanuel. Er sagt: „Das ist ein wichtiges Thema. Darüber muss man reden und eine Lösung finden!“