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Umfrage zu Corona in Zweibrücken

Umfrage : Das Virus entzweit die Zweibrücker

Wie man mit Corona persönlich und als Gesellschaft umgehen sollte, ist auch im zweiten Pandemie-Jahr umstritten.

Über 18 Monate belastet das Corona-Virus bereits den Alltag, mal mit mehr mal mit mehr Vorgaben, von der Maskenpflicht bis hin zur 3-G-Regel, um überhaupt Kino-, Theater oder Sportveranstaltungen besuchen zu können. Impfungen gegen Corona finden inzwischen im vollen Umfang statt. Doch nicht jeder lässt sich Impfen. Manche können aus gesundheitlichen Gründen nicht, andere lehnen es aus anderen Gründen ab. In einer Umfrage in der Zweibrücker Innenstadt hat sich unsere Zeitung einmal zur aktuellen Corona-Lage umgehört. Was hält der Bürger von Impfungen, Hygienebestimmungen, Maskenplicht und weitere Maßnahmen, um das Corona-Virus zu bekämpfen?

 Auf jeden Fall Impfen, zum Selbstschutz, aber auch für den Schutz anderer Mitmenschen dafür spricht sich Margot Rademacher aus Zweibrücken aus. „Klar ist die Maskenpflicht zum Beispiel in den Geschäften schon etwas lästig, aber man hat sich längst daran gewöhnt. Diese Maßnahme ist halt notwendig.“ So sieht es auch Rentnerin Ulricke Munk. „Der Schutz vor Corona durch das Tragen des Mund-Nasenschutzes ist schon längst Alltag. Daran lässt sich sicherlich längere Zeit nichts ändern.“ Auch sie ist längst vollständig geimpft. „Die dritte Impfung wird kommen, da bin ich mir sicher.“

 Zenka  Zimmermann
Zenka Zimmermann Foto: Markus Hagen

 Sindy Wendel-Rippel ärgert sich, dass die Impfquote noch nicht hoch genug ist, um Herdenimmunität zu erreichen. „Ob man bestimmte Vorgaben wie den Zugang zu Veranstaltungen aller Art nur für Geimpfte einführt, ist schwierig zu beurteilen. Auf der einen Seite soll es jedem überlassen bleiben, ob er sich Impfen lässt, auf der anderen Seite geht es auch um die Solidarität für alle Menschen. Jeder Ungeimpfte gefährdet andere und sich auch.“

 Günter  Zimmermann
Günter Zimmermann Foto: Markus Hagen

Mark Solter meint, dass die Maßnahmen zum Schutz vor Corona richtig sind, doch einige Bestimmungen könne er nicht verstehen. „Weshalb herrscht bisweilen Maskenpflicht im Freien, wenn der Abstand eingehalten werden kann, wie unter anderem an Bushaltestellen?“ 

 Ulricke Munk
Ulricke Munk Foto: Markus Hagen

 Disponent Günter Zimmermann und seine Frau Zenka halten von den sich ständig ändernden Maßnahmen und Bestimmungen überhaupt nichts. „Ich sehe es überhaupt nicht ein, mich Impfen zu lassen. Ich bin gesund und immun. Mir passiert nichts", so Zenka Zimmermann. Ihr Mann Günter Zimmermann findet es ärgerlich, dass man sich seit März 2020 mit dem Corona-Virus herumplagen muss. „Für mich wird um dieses Virus zuviel Theater gemacht.“ Über 93 000 Menschen seien bisher in 18 Monaten an diesem Virus in Deutschland verstorben. „Die Zahl der Grippetoten in dieser Zeit zum Beispiel zählt keiner auf, und diese ist höher. Und es kommt auch keiner auf die Idee, besondere Maßnahmen zum Schutz gegen das Grippevirus zu ergreifen.“ Impfen lässt er sich nicht. Es könne nicht sei, dass in einer solchen kurzen Zeit Impfseren für das Corona-Virus entwickelt worden seien. „Eine solche Entwickung für Schutzimpfungen dauern fünf bis zehn Jahre.“ Ihm sei diese Impfung gegen Corona zu riskant.

  
 Sindy  Wendel-Rippel
Sindy Wendel-Rippel Foto: Markus Hagen

 Giesela Schneider hält dagegen. „Es ist wichtig, dass geimpft wird. Man muss seitens der Politiker mehr tun, dass sich Menschen impfen lassen“, so die Niederauerbacherin. Anreize, wie in anderen Ländern schon praktiziert, wie mit Gutscheinen für Einkäufe, könnten das Nachlassen der Impfungen stoppen.

 Umstritten ist auch die Aussagekraft der Inzidenzzahl. „Viel wichtiger ist die Zahl der schweren Erkrankungen und die Belegung der Betten der Intensivstationen in den Kliniken und Krankenhäusern“, so Bernhard Müller aus Zweibrücken. In einigen Bundesländern sehe man daher schon von der Insidenzzahl ab, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Andere Befragte freuen sich, dass nach den Impfungen scheinbar doch wieder einiges besser läuft als vor einigen Wochen. „Die Lockdowns für Restaurants und Geschäfte, das Schließen von Museen oder der Ausschluss von Zuschauern bei Sportveranstaltungen, waren schlimm“, findet nicht nur Markus Schedler. ,,Wenn man sich streng an die Vorgaben hält und man das Impftempo wieder erhöhen kann, könnte schon bald noch mehr Normalität im Alltag sein, als noch vor einigen Wochen.“