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Übler Geruch in ganz Zweibrücken

Übler Geruch in ganz Zweibrücken

Vier Tage nach dem immer noch rätselhaften Gas-Austritt in einem Haus in der Ritterstraße waberte gestern ein unangenehmer Geruch durch die ganze Stadt. Diesmal aber zum Glück nicht gesundheitsschädlich.

Am Freitagmittag hat's den Zweibrückern gewaltig gestunken: Ein übler Geruch war einige Stunden fast im gesamten Stadtgebiet wahrzunehmen. Dutzende Anrufer meldeten sich bei Polizei , Feuerwehr und Stadt. Auch vor der Merkur-Redaktion in der Fußgängerzone roch es bestialisch, irgendwie landwirtschaftlich, Gülle-ähnlich. Ordnungsamtsleiter Klaus Stefaniak konnte auf Anfrage allerdings schnell Entwarnung geben: Gesundheitsgefahr sei auszuschließen. Nach Messungen durch den Gefahrstoffzug der Feuerwehr sei der Geruch definitiv nicht auf schädliche Gase zurückzuführen. Auch Abwasser-Probleme gebe es nicht. Neben der Feuerwehr suchte auch der Vollzugsdienst des Ordnungsamtes nach der Quelle des Gestanks - allerdings vergeblich. Vermutlich seien irgendwo Silageballen geplatzt, so der Ordnungsamts-Leiter. In solchen in Plastik verpackten Silageballen wird klein geschnittenes Gras oder Getreide zu Viehfutter vergoren. Aufgrund der Wetterlage am Freitag und der Tallage Zweibrückens habe sich der Gestank gut verbreitet und unten konzentriert. Ein Blick von den Höhen hinunter nicht nur nach Zweibrücken , sondern auch ins Schwarzbachtal bei Contwig zeigte, dass es dort dunstiger war als oben. Nachdem der Merkur auf seiner Facebookseite von dem Gestank berichtet hatte, schrieben Bürger auch von Gestank in Gebieten außerhalb Zweibrückens (Einöd, Kirkel, Kusel, Birkenfeld) - was einen Wetter-Zusammenhang nahelegt.

Laut Polizei scheiden auch die Mülldeponie sowie der Rosengarten (wo kürzlich gedüngt wurde) als Ursache aus.

Bereits im August hatte es, im Bereich Ehrlichstraße/Dunantstraße, Gestank-Beschwerden gegeben. Carlos Pendon Reyes, einer der Betroffenen, vermutete am Freitag auf Merkur-Nachfrage eine andere Ursache: "Heute hat es landwirtschaftlich gerochen, damals nach Müll." Trotz aller Dementis gehe er davon aus, dass damals zumindest an einigen Tagen bei Remondis (nahe Funkturm) zwischengelagerte Müllballen die Ursache waren. Nach seiner Beschwerde seien dort Ballen mit Klebebändern geflickt worden, wie man auf Fotos der SGD Süd sehe. Am Freitag hat der Merkur-Reporter bei Remondis zwar etliche Dutzend draußen aufgetürmte Müllballen gesehen - die aber nur minimal beschädigt waren, wie von Vögeln aufgepickt. Es stank dort viel weniger als in der Stadt.