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UBZ fährt Rekordgewinn ein: UBZ verbucht einen Rekordgewinn

UBZ fährt Rekordgewinn ein : UBZ verbucht einen Rekordgewinn

Stadttochter hat 2016 insgesamt über 13,4 Millionen Euro eingefahren. Nur der Rosengarten war erneut Verlustbringer.

„Solide“, „erfreulich“, „recht ordentlich“ – mit sehr bescheidenen Worten hat Werner Boßlet am Freitag die Jahresbilanz 2016 seines Umwelt- und Servicebetriebs Zweibrücken (UBZ) kommentiert. Dabei hatte er soeben das beste Jahresergebnis überhaupt präsentiert: 13,421 Millionen Euro Gewinn hat die Stadttochter eingefahren, rund 8,5 Millionen mehr als im Vorjahr. „Allerdings bedeuten 13 Millionen Gewinn nicht 13 Millionen Cash“, schränkte Boßlet ein: Es handele sich zu einem großen Teil um Buchgewinne, die durch nur mehr minimale Abschreibungen im Vergleich zu 2015 sowie Wertpapierzuschreibungen und Zinserträge zustande gekommen seien.

Weiterer Erfolg: Die Zentralen Dienste, der Betriebshof sowie die Grün- und Friedhofsunterhaltung schrieben, anders als 2015, schwarze Zahlen. Vor allem das Ergebnis der Abfallwirtschaft (12,8 Mio., Vorjahr: 4,65 Mio.) legte beachtlich zu. Dazu zählen (die mit 316 000 Euro defizitäre) Müllabfuhr, Wertstoffhof, Deponie und dem Dualen System Deutschland. Die Deponie habe mehr Gewinn als 2015 (damals 4,6 Mio. Euro) abgeworfen.

Lediglich der Betriebszweig Rosengarten rangierte mit minus 470 000 Euro erneut in der Verlustzone. Als man die Einrichtung 2011 übernommen habe, seien es allerdings noch 600 000 bis 700 000 gewesen, erklärte Boßlet. Auch habe man für das laufende Jahr 5000 Dauerkarten verkauft, unter Trägerschaft der Stadt seien es unter 1000 gewesen. Auch habe man die Besucherzahlen bei mindestens 100 000 stabilisiert und mache immer mehr junge Leute im Garten aus. Das Rahmenprogramm ziehe ebenfalls, das jüngste Fest der 1000 Lichter etwa sei „gigantisch“ aufgenommen worden, die SWR4-Veranstaltung dieses Wochenende sei Wochen ausverkauft – auch sie verschaffe der Rosenstadt Präsenz auf den Fernsehbildschirmen. „Das sind alles Nebeneffekte“, so Boßlet.

Die Stadt profitiert einmal mehr vom Goldesel unter den Stadttöchtern: 1,175 Millionen Euro führt der UBZ Ende September an sie ab, die Hälfte des gewerblichen Gewinns der Mülldeponie. Im Rahmen des Kommunalen Entschuldungsfonds fließen außerdem knapp 2,5 Millionen Euro an die Stadt. Bis 2027 kommen rund 23 Millionen Euro zusammen. „Das ist unser Teil, den wir beitragen, um die angespannte Finanzsituation der Stadt ein bisschen zu entschärfen“, betonte der Chef des aktuell 184 Personen starken Betriebs.

Auch habe man mit 8,8 Millionen Euro eine „sehr ansehnliche“ (Boßlet) Summe investiert. Das Geld sei vor allem in die Kanalsanierung, technische Änderungen der Kläranlage oder Regenüberlaufbecken in Oberauerbach und Rimschweiler investiert worden. Hierbei hätten hohe Auflagen der ADD die Kosten erhöht. Auch erinnert Boßlet an den Anbau ans UBZ-Verwaltungsgebäude, der eine knappe Million verschlungen habe. All der finanzielle Erfolg steht für die Bürger einmal mehr in krassem Widerspruch zu Mehrkosten durch das neue Müllentsorgungssystem (siehe Text unten).

„Ich verstehe, wenn man als Nichtfachmann bei 13 Millionen Euro Gewinn eine anstehende Gebührenerhöhung nicht versteht“, sagte UBZ-Vize Nicole Hartfelder. Doch das rheinland-pfälzische Kommunalabgabengesetz verhindert, dass der UBZ mit Gewinnen in einer Sparte Verluste einer anderen ausgleichen darf. Und bei der Müllverbrennung ist der UBZ als Mitglied des Zweckverbands Abfallverwertung Südwestpfalz (ZAS) an vor Jahrzehnten geschlossene Verträge gebunden, die für die  Gebührenzahler sehr ungünstig gestaltet seien. Damit einher gehen für die Entsorgung des Zweibrücker Abfalls im Pirmasenser Müllofen laut UBZ-Geschäftsbericht Verbrennungspreise, „die schon jetzt weit über den marktüblichen Preisen liegen“. Ausstieg: unwahrscheinlich. Somit bleibt dieser Punkt riskant, zumal die ab 1. August in Kraft tretende Gewerbeabfallverordnung und das zum 1. Januar 2019 greifende Verpackungsgesetz die Verbrennungspreise in Pirmasens weiter erhöhen könnten, wie es im Geschäftsbericht auch heißt. Ebenso wie die „Entwicklung der Vertragsbeziehungen im Rahmen des Dualen Systems“.