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UBZ setzt auf Elektroschrott-Container

UBZ setzt auf Elektroschrott-Container

Der UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) sammelt ab 2015 entsorgte Kleinelektrogeräte in Containern. Die Bürger müssen dann nicht mehr auf den Wertstoffhof fahren. Der Plan: Dadurch sinken Restmüllmenge und damit die Verbrennungskosten, was dem Gebührenzahler zugutekommt.

Seine Müllentsorgungskosten kann der UBZ "kaum noch" verringern. So hat er es im diesjährigen Geschäftsbericht geschrieben und eine unausweichliche Gebührenerhöhung angekündigt, um die seit Jahren verlustreiche Müllabfuhr auszugleichen. In Kürze leitet der UBZ eine Maßnahme ein, die diese Erhöhung hinauszögern könnte.

Anfang 2015 stellt der UBZ nach dem Vorbild seiner Kleidercontainer auch Container für Elektroschrott auf. Neun Standorte sind geplant: je einer in den fünf Vororten, vier im Stadtgebiet. "2015 und 2016 ist ein weiterer Ausbau auf insgesamt 15 Standorte vorgesehen", schildert Daniela Walle, Leiterin der Abfallverwaltung beim UBZ. Die Standorte sollten zeitnah auf der UBZ-Internetseite veröffentlicht werden. Geplant sei, dass die Abfallbehälter möglichst neben den bekannten Altglas-, Altpapier- sowie Altkleidercontainern stehen. Sie alle fassen 2,5 bis drei Kubikmeter Müll, den die Bürger bisher nur gratis auf dem Wertstoffhof abgeben konnten (und auch weiter können): ausrangierte Taschenrechner, Wecker, Uhren, Rasierapparate, Bügeleisen, Toaster, Haartrockner, elektrische Zahnbürsten, Thermostate, Mess- und Wiegegeräte sowie Handys. "Für bestimmte Geräte gibt es eine Rücknahmeverpflichtung durch den Handel, auf solche Geräte haben wir keinen Zugriff", erklärt UBZ-Vizechef Eckart Schwarz. Vergleichbare Containersammlungen sind nach UBZ-Informationen in der Gegend einmalig: Es gibt sie nur weiter weg, etwa in Bad Dürkheim, Hamburg, Münster, Halle, Salzgitter oder Darmstadt.

Und wie genau kommt die Elektroschrottsammlung dem Gebührenzahler zugute? Der UBZ hofft, dass weniger Leute ihre Elektrogeräte in den Hausmüll werfen, wenn sie diese beim Gang zum Kleider- oder Papiercontainer mitentsorgen können. Wenn sich so die Restmüllmenge reduziert, muss der UBZ weniger Abfall für den extrem hohen Preis von 260 Euro pro Tonne im Müllheizkraftwerk Pirmasens verbrennen lassen und senkt so seine Ausgaben. Außerdem erzielt er mit dem Elektroschrott Einnahmen. "Die Größenordnung ist allerdings unklar, die Preise für Metalle sind gerade stark schwankend", sagt Schwarz. Pro Tonne zahlen Entsorger zwischen 15 und 140 Euro. Außerdem gingen von der möglichen Vergütung noch Transport- oder Sortierkosten ab. Denn die Aufbereitung erfolgt in der Verwertungsanlage in Lustadt im Landkreis Germersheim. Rund die Hälfte des aussortierten Kunststoffs wird nach UBZ-Angaben wiederverwertet, außerdem Stahl und Aluminium sortenrein erfasst. Dazu werden aus den Geräteteilen Metallgranulate hergestellt, aus denen sich wiederum Gold, Silber oder Palladium ziehen lassen. Was gleichzeitig ein weiterer Vorteil wäre: "Wir wollen aus dem Restmüll so viele Wertstoffe wie möglich herausziehen", erläutert Daniela Walle. Ob der UBZ-Plan in dieser Hinsicht aufgeht, könnte in Zukunft eine Restmüllanalyse ergeben, bei der ein bestimmter Anteil des Abfalls repräsentativ unter die Lupe genommen und nach bestimmten Kriterien durchsortiert wird.