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UBZ macht jetzt auch KulturBoßlet will mehr Familien anlocken

UBZ macht jetzt auch KulturBoßlet will mehr Familien anlocken

UBZ-Chef Werner Boßlet will bei den Rosengarten-Veranstaltungen Bewährtes erhalten, dieses Jahr aber "auch einige neue Wege gehen". Ziel sei "ein bunt gemischtes Programm, wir wollen viele Personenkreise erreichen"

UBZ-Chef Werner Boßlet will bei den Rosengarten-Veranstaltungen Bewährtes erhalten, dieses Jahr aber "auch einige neue Wege gehen". Ziel sei "ein bunt gemischtes Programm, wir wollen viele Personenkreise erreichen". Verstärkt auch Familien, etwa mit einem Kinderwochenende, Ostereiersuchen oder einem festen Termin (erster Sonntag im Monat) für die sommerlichen Picknicks im Park (wir berichteten). Noch stünden aber nicht alle Veranstaltungen fest, etwa klassische Konzerte. Die Stadtkapelle bekommt ein ganzes Wochenende, Pfingsten sei an ein Programm mit der Zweibrücker Musikschule gedacht. Komplett im eigenen Haus werde das Rosengarten-Programm entworfen und organisiert, betont Boßlet: "Eine Agentur ist nicht beauftragt worden." Lediglich Verträge mit Musikergruppen von auswärts - etwa aus Bolivien oder Peru für die Lateinamerika-Tage - liefen über Künstleragenturen, "das ist aber ganz normal in der Branche". Ein UBZ-Mitarbeiter habe sich "bestimmt schon 40, 50 Demobänder von Musikgruppen angehört", um geeignete Künstler auszuwählen. Selbst den Werbeflyer habe der UBZ selbst entworfen. Großer Vorteil der Eigenregie bei den Kulturveranstaltungen seien für den UBZ "die Rückkopplungen, die wir von den Rosengarten-Besuchern bekommen", erläutert Boßlet. lfZweibrücken. Die Übernahme des Kulturprogramms im Rosengarten durch den UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) stößt in Kulturausschuss und Stadtrat überwiegend auf Zustimmung. Im Detail gibt es aber auch kritische Anmerkungen.

Bislang hatte sich das städtische Kulturamt auch um die Veranstaltungen im Rosengarten gekümmert. Vorigen April hatte der UBZ den Rosengarten von der Stadt übernommen.

Wolfgang Ohler (SPD) nennt es "wahrscheinlich sinnvoll", dass der UBZ auch die Rosengarten-Veranstaltungen organisiert, weil diese ja eng mit dem Park verbunden seien. Früher habe es immer Absprachen zwischen Rosengarten und Kulturamt zum Beispiel über die Bühnen-Nutzung geben müssen, das sei nun in einer Hand vereint. Stichwort Synergieeffekte: Wäre es vorstellbar, dass die Stadt irgendwann dem UBZ komplett die Kultur überträgt? Ohler: "Das ist an sich gar keine schlechte Idee, das Kulturamt hat ja keine hoheitlichen Aufgaben." Zumal - von der FH bis zur Fasanerie - ohnehin bereits etliche Kulturveranstaltungen nicht vom Kulturamt organisiert würden. Beim Rosengarten müsse man aber zunächst einmal "sehen, ob die neue Lösung funktioniert", will Ohler abwarten, wie der UBZ damit zurechtkommt.

Wie Ohler wünscht sich auch Richard Scherer (CDU), dass das Rosengarten-Programm auch künftig im Kulturausschuss vorgestellt und beraten wird. Die CDU hatte wiederholt eine Modernisierung des Rosengarten-Kulturprogrammes gefordert. Scherer kann sich durchaus Vorteile auch finanzieller Art dadurch vorstellen, dass der UBZ sich auch um die Rosengarten-Kultur kümmert. Er persönlich habe aber ein grundsätzliches Problem damit, dass die Stadt immer mehr Aufgaben abgibt: "Man kann nicht alles dem UBZ oder anderen überlassen - was machen wir dann noch als Stadtrat?"

Kein kompletter Übergang

Egon Kirmse (FDP) reagierte überrascht auf die Merkur-Anfrage - denn im letzten Kulturausschuss im November habe er den Kulturdezernenten noch gefragt, wer denn künftig die Kultur im Rosengarten organisiere. Antwort: Das sei noch nicht entschieden. Kirmse begrüßt die Entscheidung aber: "Wenn die ganzen Arbeiten im Rosengarten vom UBZ gemacht werden, finden wir auch gut, wenn er auch die Veranstaltungen plant." In Ordnung finde er auch, dass damit nicht mehr der Kulturausschuss zuständig sei. Der UBZ habe mit dem Verwaltungsrat ja auch ein Aufsichtsgremium. Einen Übergang des kompletten Kulturamts an den UBZ kann sich Kirmse aber nicht vorstellen. Auch bei der Stadt gebe es diesbezüglich keinerlei Überlegungen, sagt Pressesprecher Heinz Braun - und scherzt: "Die Mülldeponie als Amphitheater - das kann ich mir nicht vorstellen." Auch UBZ-Vorstandschef Werner Boßlet sagt: "Es ist weder unser Ziel noch unser Interesse, die Aufgaben des Kulturamts zu übernehmen. Richtig ist aber: In vielen Städten kümmern sich ausgelagerte Gesellschaften um die Kultur."

Rainer Schanne (Grüne Liste) ist gegen eine komplette Übertragung der Kultur an den UBZ. "Ich hätte vor fünf Jahren aber auch die Übertragung der Friedhöfe an den Entsorgungsbetrieb noch für einen schlechten Scherz gehalten." Er könne damit leben, dass der UBZ die Rosengarten-Veranstaltungen übernehme, erwarte aber, "dass das Kulturamt noch ein bisschen mitredet und inhaltliche Vorschläge macht". Schanne: "Es wäre etwas seltsam, wenn der UBZ das völlig neu aufbauen wollte ohne Rücksprache." Kulturamtsleiter Thilo Huble dazu: "Das macht der UBZ selbst. Wir haben Kooperation angeboten, es war aber Wunsch des UBZ, das im Haus selbst zu machen."

UBZ federführend

Linke-Fraktionschef Matthias Nunold begrüßt, dass der Rosengarten und die Veranstaltungen darin ab der Saison 2012 "aus einer Hand" betreut werden. Er sei dabei "für eine Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, federführend muss aber der UBZ sein".

FWG-FraktionschefKurt Dettweiler fände es gut, wenn der UBZ zumindest für den Übergang die Kompetenz des Kulturamts nutzen würde. Die FWG sei zwar gegen die Übertragung des Rosengartens gewesen - "aber jetzt muss man das akzeptieren". Und nun sei es auch "okay", den Park und das Programm darin unter einer Führung zu bündeln. Die Idee einer Komplett-Übernahme der Kultur durch den UBZ finde er aber "weit hergeholt".