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Trotz Hiobsbotschaft nach vorne schauen

Trotz Hiobsbotschaft nach vorne schauen

Der Schock sitzt tief: Wenn am 28. Februar kommenden Jahres das Bekleidungshaus Sinn-Leffers schließt, droht Zweibrücken als Einkaufsstadt eine Katastrophe. Allzu schwarz sollte man das Aus für das traditionsreiche Kaufhaus aber dennoch nicht malen, obwohl die City dadurch ihr größtes Einzelhandelsgeschäft verliert

Der Schock sitzt tief: Wenn am 28. Februar kommenden Jahres das Bekleidungshaus Sinn-Leffers schließt, droht Zweibrücken als Einkaufsstadt eine Katastrophe. Allzu schwarz sollte man das Aus für das traditionsreiche Kaufhaus aber dennoch nicht malen, obwohl die City dadurch ihr größtes Einzelhandelsgeschäft verliert. Denn die schlimmen Folgen, die Zweibrücken dadurch drohen, können abgewendet werden. Mit der Einberufung eines runden Tisches hat Oberbürgermeister Helmut Reichling dafür einen ersten, wichtigen Schritt getan. Als Nächstes müssen die städtischen Wirtschaftsförderer und die Betreibergesellschaft der Hallplatz-Galerie gemeinsam auf mögliche Interessenten zugehen. Zugegeben: Es wird nicht einfach werden, einen neuen Mieter für den riesigen Laden in der Galerie zu finden, der ähnlich viele Kunden zum Einkaufen in die Innenstadt lockt. Aber Zweibrücken hat auch einige Pfunde, mit denen es wuchern kann: keine nennenswerten Leerstände in den Hauptgeschäftsstraßen und zum ersten Mal auch nicht in der Hallplatz-Galerie. Aber auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Stadt dürfte für Investoren eine große Rolle spielen. Diese Woche haben die Eigentümer des Steitz- und Offweilerhofs eingewilligt, ihr Land für die größte Industrieansiedlung der letzten beiden Jahrzehnte in Zweibrücken und Umgebung zu verkaufen. Die Firma Brück will auf dem Gelände bei Contwig ein Stahlwälzwerk bauen und zunächst 250 neue Arbeitsplätze schaffen. Durch die beiden Neuansiedlungen in den vergangenen zwei Jahren - die Solarfirma Conergy, die auf dem Flugplatzgelände ihr europäisches Zentrallager baute, und den Palettenhersteller Gölz in Bubenhausen sind rund 200 weitere Arbeitsplätze entstanden. Auch der Kranbauer Terex hat rund 200 neue Mitarbeiter eingestellt. Und dann das DOZ, in dem mittlerweile fast 750 Menschen arbeiten. Die Beispiele belegen, dass Zweibrücken eine Stadt ist, die sich entwickelt. In der Menschen leben und Geld ausgeben. Dass sie gut hier leben können, dafür sorgt auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau, die nicht nur das City-Outlet in der ehemaligen Kaufhalle geschaffen und damit die Oberstadt sichtbar aufgewertet hat. Seit einigen Jahren ist die Gewobau dabei, ihren Wohnungsbestand umfassend zu renovieren, was ihr derzeit einen Boom an Mietinteressenten beschert. Wenn da nur nicht die Schmierfinke wären, die in der Nacht auf Donnerstag 40 Fassaden in der Zweibrücker Innenstadt verschandelt haben. Aber auch dieses Problem wird Zweibrücken in den Griff kriegen - hoffentlich.