Drei neue Bebauungspläne Hoffnung auf Arbeitsplätze durch neue Gewerbeflächen am Flugplatz

Zweibrücken · An drei neuen Stellen am Flugplatz Zweibrücken will die Triwo in Zukunft Gewerbe und Industrie ansiedeln. Wichtig sei es jetzt, Rechtssicherheit zu schaffen. Denn letztendlich gehe es darum, Arbeitsplätze zu schaffen.

 An der Kreiselausfahrt in Richtung L700 sind die Bordsteinebeschädigt.

An der Kreiselausfahrt in Richtung L700 sind die Bordsteinebeschädigt.

Foto: Samira Zimmermann

Insgesamt geht es um drei Bebauungspläne: Die „Berner Straße“ im Norden des Flugplatzes, die „Berliner Allee“, die nahe am ehemaligen Terminalbereich liegt, sowie „Östlich der L 700“ im Süden, im Bereich des Towers. Zurzeit handelt es sich bei diesen Arealen um luftrechtlich gewidmete Flächen, die zunächst im Rahmen eines Anzeigeverfahrens durch den Landesbetrieb Mobilität entwidmet werden müssen. Nur so könne eine Überlappung der Zuständigkeitsbereiche, also luftrechtlich und bauplanungsrechtlich, ausgeschlossen werden.

Bisher sind auf dem Flugplatz nur sogenannte „flugaffine“ Nutzungen erlaubt. Der Begriff „flugaffin“ sei allerdings in keiner Weise definiert, erklärte der Triwo-Planer in der vergangenen Sitzung des Zweckverbandes Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (Zef). So werde beispielsweise seit Jahren über die Halle von John Deere diskutiert. Nach längeren Gesprächen mit der Kreisverwaltung sei man zu dem Ergebnis gekommen: Kunden des Unternehmens kämen von Luftseite, damit ist die Ansiedelung in Ordnung.

Gerade im Ausfahrtsbereich der Pariser Straße ist die Straßenbreite für Lastkraftwagen nicht ausreichend. Hier soll der Gehweg einen halben Meter zurückgenommen werden.

Gerade im Ausfahrtsbereich der Pariser Straße ist die Straßenbreite für Lastkraftwagen nicht ausreichend. Hier soll der Gehweg einen halben Meter zurückgenommen werden.

Foto: Samira Zimmermann

Jetzt soll Klarheit geschaffen werden, damit sich gewöhnliches Gewerbe – auch Industrie – ansiedeln kann. Parallel zum Bebauungsplanverfahren laufe ein Entwicklungsplanverfahren, hieß es vom Triwo-Planer.

Die Teilnehmer der Zef-Versammlung stimmten der Aufstellung der Bauleitpläne einstimmig zu. Im Anschluss daran wird der Plan in die frühzeitige Beteiligung der Behörden und der Träger öffentlicher Belangen gehen. Aus diesem Grund gebe es beispielsweise noch keinen abschließenden Umweltbericht. Auch ein Fachgutachten zur Lärmbelastung müsse noch erstellt werden. Dennoch wurden bereits Gespräche mit den Naturschutzbehörden geführt.

Denn im Bebauungsplan „Berliner Allee“ gebe es die Besonderheit des Flussregenpfeifers, erklärte der Triwo-Planer. Der selten vorkommende Vogel gehört dem Bundesnaturschutzgesetz zu den streng geschützten Arten. Er liebt vegetationsarmes Gelände, wie die kiesigen Schotterflächen, auf denen er seine Eier liegt.

Die „Berner Straße“ ist eines der drei Gebiete, die vom Flugplatz-Eigentümer Triwo für die Ansiedelung von Gewerbe vorgesehen ist.

Die „Berner Straße“ ist eines der drei Gebiete, die vom Flugplatz-Eigentümer Triwo für die Ansiedelung von Gewerbe vorgesehen ist.

Foto: Samira Zimmermann

Für ein Vogelpaar, das dort lebte, wo jetzt die Halle steht, die für Amazon gebaut wurde, entstand am Ende der südlichen Landebahn bereits ein 70 000 Euro teures Ersatzhabitat (wir berichteten). An der „Berliner Allee“ mache es allerdings erst Sinn, einen Ausgleich zu schaffen, wenn sich tatsächlich Gewerbe ansiedeln wird, erklärte der Triwo-Planer. Bisher gebe es an dieser Stelle Interesse eines größeren Betriebes, weshalb ein Industriegebiet festgesetzt wurde.

Für die Gebäude gibt es eine Höhenbegrenzung von maximal 360 Meter über dem Meeresspiegel. Das sind rund 15 Meter über dem Gelände. Nur im südlichen Teil der „Berner Straße“ schreibt das Luftfahrtrecht niedrigere Höhen vor. Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben die Planungen nicht, bestätigte der Triwo-Planer.

„Für uns ist es die Grundlage, weitere Gewerbeansiedlungen dort überhaupt zu ermöglichen“, erklärt Landrätin Susanne Ganster. Die vorhandene Fläche zu nutzen, sei im Interesse des Zweckverbandes. Letztenendes gehe es darum, neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Beschlossen wurde vom Zweckverband zudem, dass die Baufirma Axel Anstätt den Kreisel vor der Eishalle sanieren wird. Im Rahmen einer Ortsbegehung sei festgestellt worden, dass Sanierungsbedarf an zwei Zu- beziehungsweise Abfahrten des Kreisels bestehe. Gerade im Ausfahrtsbereich der Pariser Straße ist die Straßenbreite für Lastkraftwagen nicht ausreichend. Dadurch wird der vorhandene Gehweg immer wieder überfahren, wodurch die verbauten Rundbordsteine verschoben, gelockert und gebrochen sind.

Aus diesem Grund soll ein halber Meter des Gehweges zurückgenommen werden. Nach einer ersten Ausschreibung, die zu viele hohe Angebote eingebracht hatte, wurde noch einmal beschränkt ausgeschrieben. Für rund 70 000 Euro wird nun die Firma Axel Anstätt die Reparaturen übernehmen.