Euroclassic-Konzert Trio Vivente begeistert vierfach

Zweibrücken · Der Name Trio Vivente steht seit der Gründung des Ensembes 1992 für eine sinnesfreudige, lebendige und temperamentvolle Musizierweise. Im Rahmen seines Gastspiels im Wintergarten der Festhalle Zweibrücken bewies das Ensemble im Zuge der Euroclassic-Konzerte jetzt aber, dass es auch die Themen Tod, und Vergänglichkeit aus der zeitgenössischen Musik perfekt zu intonisieren versteht.

 Mit zeitgenössischen Werken begeisterte das Trio Vivente zusammen mit der Klarinettistin Laura Ruiz Ferreres.

Mit zeitgenössischen Werken begeisterte das Trio Vivente zusammen mit der Klarinettistin Laura Ruiz Ferreres.

Foto: Ralf Linn

Jutta Ernst (Klavier), Anne Katharina Scheiber (Violine) und Kristin von der Golz (Violoncello) haben sich dazu eigens mit der außergewöhnlichen spanischen Klarinettistin Laura Ruiz Ferreres verstärkt, die sich mit ihrem vielseitigen Spiel sehr gut in den abwechslungsreichen Klangkörper des Ensembles integrierte. Die Verstärkung zum Quartett indes war erforderlich. Denn die Formation hatte sich zum Abschluss ihrer Jubiläumssaison zum 30-jährigen Bestehen mit Volker David Kirchners „Exil“ und Olivier Messiaens „Quartour pour la Fin du Temps“ zwei Quartett-Stücke zeitgenössischer Meister ausgesucht, die sowohl technisch als auch thematisch sicherlich nicht gerade zur einfachen Kost zählen.

Da erwartete bereits im ersten Teil des Konzertes das schwermütige, depressive Werk Kirchners die rund 100 Gäste im Wintergarten. In fünf Sätzen erzählt der Komponist in seinem 1995 uraufgeführten Werk vom Leben eines in der Emigration Gefangenen, eines in der Diaspora im eigenen Land Befindlichen in all seinen unterschiedlichen Empfindungen,.

Mit seiner schlanken und klaren Klangsubstanz meisterte das Ensemble diese auch durch ständig wechselndes Zusammenspiel und Tempi musikalischen Hürden mit Eleganz. Bestechend dabei immer wieder das innovative Klavierspiel von Julia Ernst.

Ganz klar der Höhepunkt aber war der zweite Teil des Konzertes. Die Aufführung des von tiefem Glauben und Spiritualität erfüllten Quartetts „Über das Ende der Zeit“ von Olivier Messiaen steht seit seiner Gründung auf der Wunschliste des Ensembles. Acht immer wieder auch im Tempo und der Intensität völlig unterschiedliche Sätze hat dieses erstmals 1941 in der Gefangenschaft im Stalag VIII/A aufgeführte Hauptwerk des Komponisten. Da ist die vom Erwachen der Vögel am Morgen erzählende „Liturgie aus Kristall“, die über die unfassbaren Harmonien des Himmels im Klavier in der Mitte des zweiten Satzes in ein Klarinettensolo voller Traurigkeit im dritten Satz und schließlich in den kraftvollen Tanz der Raserei mit seinen ständig wechselnden Rhythmen im sechsten Satz müdet. Mit diesem anspruchsvollen Werk begeisterte das Ensemble dann aber auch den letzten Zweifler im Auditorium endgültig. Mit Bravo-Rufen wurden die Musikerinnen gleich mehrfach auf die Bühne zurück gebeten.